„Machen wir heute einen Spazierritt," sagteCölestine.
,-Meine Liebe, ich habe Kopfweh."
„Armes Kind, dann wollen wir das neue Ge-dicht lesen."
„Meine Liebe, Du sprichst so laut."
„Ich!" Und Cölestine bemerkte während einesDorwurfbliks auf Adolf zum erstenmal etwas in sei-nem Auge, das sic in Erstaunen sezte. Sie bliktenoch einmal hin. „Guter Gott!" dachte sie, „wahr-haftig Adolf schielt."
Seinerseits murmelte Adolf: „Die Warze istseit heute Morgen bedeutend gröjer geworden."
Unmöglich last sich beschreiben, welche Wirkungdieser verhängnisoolle Erfnud auf Adolf ausüdte*Beständig dachte er daran. Im Uebrigen hatte ersich über nichts zu beklagen, aber Warzen am Krimsind allerdings keine Zierde. Cölestinens Schönheithatte seit ihrer Dermälung bedeutend zugenommen»Jederman sah den Zuwachs. Nur Adolf bemerktenichts als die Kinnwarze. Ihre Farbe war blühen-der, ihre Gestalt gerundeter, ihr Gang majestätischer;allein was ist all Dies, wenn man eine Warze amKinn hat? Die Warze schien jeden Tag feister undfeister zu werden; für Adolfs Auge drohtx sie inkurzer Zeit das ganze Gesicht einzunehmen, ja erfürchtete seine schöne Cölestine endlich ganz zu einerWarze werden zu sehen. Er bezwang seinen Schmerzbestmöglich, weil er wolerzogen und von Katur