Druckschrift 
7 (1834)
Entstehung
Seite
130
Einzelbild herunterladen
 

1Zl>

Milcht noch jetzt den Tibullus pathetisch und denDvjdius zum Meister in zärtlichen Emvstndungcn;dieß oor Allem bringt jene unwiderstehliche, herz-ergreifende Begeisterung hervor, welche den roman-tisch Schwärmenden, den Berechnenden, den Alten,den Anngeu, den Hofmann, den Bauer, den Dich-ter, den Geschäftsmann ergreift bet den herrlichenLiebesgedichten von Robert Burns- Hier ist derGeschmack der sichen und doch körperhaften irdi-schen Wirklichkeit, hier Fleisch und Blut!

Das große Fideikommiß-Das große Erbe der Menschheit ist ein Ge-webe von Mißgriffen; ein Geschlecht bringt seinLeben damit zu, die ihm von einem andern über-lieferten Jrrthnmer zu flicken; und die Hauptur-sache aller politischen d. h. der schlimmsten undallgemeinsten Mißgriffe, ist diese: dieselbe Regel,welche bei uns für individuelle Fälle gilt, wendenwir nicht ans das Oeffentliche an- Alle Menschengeben zu, daß beim Pferdehandel prellen eine Prel-lerei ist; man straft den Angeklagten und verur-theilt das Vergehen. Aber im c-ctaat ist keine sol-che Einstimmigkeit. Prellen, der Herr helfe uns!benennt man mit manchen zierlichen Namen, undder Betrug betitelt sich großsprecherisch: Politik!^n Folge besten ist ein beständiger Kampf zwischenDenen, welche die Sachen bei ihrem rechten Na-men nennen, und welche ihnen hartnäckig einen fal-schen geben. Daher alle Arten von Verwirrung;diese Verwirrung erstreckt sich sehr bald auf diefür einzelne Fälle gemachten Gesetze; und so, ob-gleich die Welt »och ganz darüber einverstanden ist,daß Privatprellcrei Privatprellerei ist, hat mandoch im Staatsleben des Teufels Noth, sie zu be-strafen. Die Kunst zu prellen ist heut zu Tage