und Pflichten des hohen Rangs und des Rcichthums.Wohl verstand er es, hiebei allen Vorurtheilen undBlößen des menschlichen Herzens zu schmeicheln, unddie Lugend durch ihre eignen Schwächen zu beherr-schen. Lucie war, wie die Töchter der meisten Land-edelleute, von alter Familie, in unschuldigem, unbe-fangenem Bewußtseyn ihrer höher» Geburt erzogenworden; und lsie war durchaus nicht unempfindlichgegen die Lebhaftigkeit und sogar Wärme, (denn hierwar es Branden Ernst,) womit ihr Oheim von derPflicht sprach, einen edeln in Mißachtung gefallenenNamen wieder zu erheben und die eignen Neigungenzum Opfer zu bringen, um deu verblichenen Glanzderer, die in früher» Zeiten lebten, wieder aufzu-frischen. Wenn die Begriffsverwirrung, welche durchunbestimmte prächtigklingende Floskeln erzeugt wird,und die friche Einprägung eines Gefühls, das fälsch-licherweise für eine Tugend gehalten wird, so oft imPunkt der Ahnenschaft aus verständigen Leuten Tho-ren macht, wenn sogar Brandons sarkastischer undlebhafter Geist von diesem Jrrthum umwölkt war:so können wir den Einfluß desselben auf ein Mäd-chen verzeihen, das in der Kunst des Räsonnementsso wenig bewandert war, wie die arme Lucie, welche,wir dürfen es wohl sagen, nicht eher denken gelernthatte, als bis sie liebte. Der Eindruck jedoch, denDrandon in den erfolgreichsten Augenblicken seinerÜberredungskunst machte, blieb immer nur vorüber-gehend; er verschwand vor dem ersten Gedanken an
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