Druckschrift 
6 (1834)
Entstehung
Seite
101
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Erbe» abwartend, gab vor es sey die Waise eineslieben Freundes, den er im Ausland kennen gelernt;und die puritanische Ehrbarkeit des Lebens und Be-tragens , die er aunahm, verschaffte dieser Behaup-tung ziemlich vielen Glauben. Diesen Sohn vergöt-terte Branden. Wie wir aus seinem eignen Mundegehört haben: Ehrgeizige Männer sind außero'rdcnt-lich zärtlich gegen ihre Kinder, mehr sogar als andreVäter. Die beständige Rücksichtnahme des Ehrgeizi-gen auf die Nachwelt ist vielleicht der Hauptgrund.Aber Braudon war auch überhaupt ein Kinderfreurd;Freude an Nachkommenschaft war ein hervorstechen-der Zug in seinem Charakter, und könnte im Wider-spruch zu stehen scheinen mit dessen Härte und Be-rechnung , wenn man nicht auch sonst diese Liebe beirauhen und berechnenden Naturen fände. Es ist wiewenn ein halbbewußtes, angenehmes Gefühl, daßauch sie einst weich und unschuldig waren, es ihnenzum Genuß machte, ciue Symparhie mit ihrem frü-her» Seyn wieder zu beleben.

Oft pflegte Branden nach dem geernteten Beifallund den Anstrengungen des Tags sich in das Schlaf-zimmer seines Sohns zu begeben und Stundenlangseinem Schlummer zuzusehcn; oft, ehe am Morgensein Tagewerk begann, das Kind mit der natürlichenZärtlichkeit und der überströmeudcn Freude einesWeibes in seinen Armen zu wiegen. Und oft, wenneine ernstere, mehr seinem Charakter entsprechendeEmpfindung ihn beschlich, pflegte er bei sich zu