Druckschrift 
6 (1834)
Entstehung
Seite
96
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S6

die Klugheit gebot der Dame, das Spiel wie e« jetztwar, aufs Beste zu nützen. Aber sie, die als Gat-tin gemurrt hatte, war als Geliebte nicht gefällig.Vorwürfe bildeten ein Zwischenspiel unter die Lieb-kosungen hinein, das den edlen Liebhaber ganz undgar nicht erbaute. Er war nicht der Mann gleichesmit gleichem zu vergelten; dazu war er zu indolent,aber auch nicht derjenige, der viel Geduld hatte.,.Meine reizende Freundin," sagte er eines Tagsuach einem Auftritt, ,,du bist meiner müde - nichtsnatürlicher als das! Warum einander quälen? Dusagst, ich habe dich zu Grund gerichtet; meine holdeFreundin, laß mich das Unglück vergüten machedich unabhängig; ich will dir ein Jahrgeld aussetzech;fliehe mich suche sonst wo dein Glück und überlassedeinen 'unglücklichen, verzweifelnde» Anbeter seinemSchicksal!"

Wollen Sie mich höhnen, mein Lord?" riefdie erzürnte Schöne;oder glauben Sie, daß Geldmir die Ansprüche und Rechte ersetzen kann, derenSie mich beraubt haben? können Sie mich wie-der zur Gattin machen zur glücklichen, geachtete«Gattin? Thun fle dieß mein Lord, so entschädigenSie mich!"

Der Edelmann lächelte und zuckte die Achseln.Die Dame wiederholte mit noch größerem Zorn ihreFrage. Der Liebhaber antwortete unbestimmt undzweideutig, wodurch sie zugleich bestürzt und doppeltin Harnisch gejagt wurde. Sie verlangte heftig