Druckschrift 
6 (1834)
Entstehung
Seite
68
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Mit Ausnahme von ein paar schmalen Zuschüssenmeines Bruders, des gutherzigen Mannes! den ichnoch mehr ausplündern könnte, wäre ich nicht ent-schlossen, das Gut der Familie nicht zu rniniren,bin ich ganz mir selbst überlassen gewesen; der Er-folg daoon ist, dass ich, obgleich so gescheut als Andremeines Gleichen, kaum de» Hungertod mir vomLeib gehalten habe; wären meine Bedürfnisse weni-ger einfach, so hätte ich mich seiner nicht erwehrt.Aber nicht leicht stirbt ein Mann Hungers, derWasser trinkt und seine Sveise nach dem Loth ab-wiegt. Aber etwas Anderes hätte mich nachdrück-licher und gefährlicher treffen können: getäuschteErwartung, Zorn, betrogne Hoffnung, gekränkterStolz Alles dieß, was an meinem Herzen nagte,hätte es längst anfreiben können, wäre nicht dietiefgcgründete, eiserne, trotzige Härte gewesen, wo-mit die Natur nein, ich muß um Verzeihungbitte», das ist nicht Natur! womit die Verhält-nisse mich ausgerüstet. Diese hat mich auf-recht erhalten und wird mich durch Zeit, Schmach,körperliche Schwäche und geistige Unruhe hindurchbegleiten, bis mein Ehrgeiz eine gewisse Höhe er-reicht und meine Verachtung menschlicher Armselig-keit sich sowohl an den Quellen des äußerlichenGlücks, als an der innerlich strömenden Quelle bit-teren, an sich selbst zehrenden Trostes vollgeschwelgthat. Und doch, o Julie, ich weiß nicht, ob auchdies; mich aufrecht erhalten hätte^ wenn nicht mein