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nichttiefe, launige Gemüthsart besessen, sehr geneigt,wie es schien, sich beleidigt zu finden nnd darüberzn grollen. Mit diesen Briefen waren andere vonBraiidons Handschrift vermischt — in wie ganzanderem, leidenschaftlichem Ton geschrieben! Alleswas ein tiefer, stolzer, sinnender nnd grübelnderCharakter von hingebender Liebe träumen, von er-wiederter Liebe verlangen konnte, das war brennendin diesen Blättern ausgeschüttet, und doch warensie voll von Vorwürfen — von Eifersucht — vonängstlicher und peinlicher Beobachtung, eben so ge-macht um zu verwunden, wie die Glut darin hin-reisten konnte; nnd oft brach die bittere Anlagezur Menschrnvcrachtung, welche seinem Tempera-ment eigen war, durch die zärtlichste Schwärmereider Huldigung, die sanftesten Ergüsse der Liebe her-vor. „Du sahst mich gestern nicht," schrieb er ineinem Brief, „aber ich sah Dich, Len ganzen Tagmar ich bei Dir; Du hattest keine Miene, welch«mir nnbemerlt blieb; Du machtest keine Bewegung,welche ich nicht in meinem Gedächtnis; verzeichnet«.Julie, zitterst Du, wenn ich Dir dies; sage? Ja,wenn Du ciu Herz hast, so weiß ich, diese Wortehaben es bis ins Innerste durchstochen! Du giebflDir vielleicht den Schein, mit Unwillen mir zn ant-worte»! Kluge Henchleriu! Es ist sehr, sehr listig,sich erzürnt zu stellen, wenn man keine Antworthat. Ich wiederhole es — während dieser ganzenLustparthie, (L u stparthie! nun, dein Geschmack, man