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Schloß auf Lebenszeit; jedem Diener ein Legatdas ihm ein unabhängiges Vermögen sicherte; ei-nigen Freunden und entfernten Verwandten derFamilie Zeichen dcs Andenkcns. — Selbst die Wagen-pferde und die Hunde, die vom Gcsindtisch gefüt-tert wurden, waren nicht vergessen, sondern solltenjeder Arbeit enthoben, für ihre noch übrige Lebens-zeit ihre Nahrung in Ruhe verzehren.-Das
Testament war in aller Form abgcfast. Kaumtraute ich meinen Sinnen: kein Wort belegte dieGründe, weshalb Gerald der Vorzug gegeben wor-den.
Noch mit ziemlicher Gelassenheit stand ich auf.„Erlauben Sie, mein Herr," sagte ich zn demNechtsgelehrten, „daß ich mich mit eigenen Au-gen überzeuge." Herr Oswald verbeugte sich undübergab das Testament meinen Händen. Indemich danach griff, warf ich meinen Blik auf Gerald:sein Gesicht vcrrieth oder erheuchelte ein Erstau-nen, das dem meinigen nichts nachgab. Spürendund stöbernd durchspähte ich die Worte des Ver-mächtnisses; insonderheit untersuchte ich die Stelle,wo mein und Geralds Name vorkam, denn ichargwöhnte daß in dieser Beziehung eine Verwechs-lung vvrgcnommen worden. Umsonst: Alles warglatt und rein; keine Spur etwaiger Radtrungoder Abänderung. Ich sah auf die Fassung desTestamentes: Offenbar rührte cs vom Oheim hcr^Niemand hätte die cigcnthümliche Wendung sei-