Und mit seiner bezeichnenden Galanterie kehrtesich der Oheim höflich zu Jener hinüber.
„Theurer Sir William!" sprach sie, „es istZeit, daß Sie Ihren Trank nehmen, und würdees jezt nicht auch gut sein, wenn Sie den Kaplansähen, — er wartet draussen."
„Poz Fisch," erwiederte der Oheim und wandtesich wieder gegen mich herüber; „so machen siesdurchweg; — wenn für den Leib nichts mehr zuhoffen ist kommt der Doktor, und wenn an derSeele nichts mehr zu fliken ist kommt der Pfar-rer. Nein, Madame, für Beide ist es zu spät. —Dank Dir, Morton, dank Dir" (ich war aufge-sprungen , hatte die Arznei aus der Hand meinerMutter genommen und ihn gebeten sie hinunterzu schluken) „es hilft zu nichts; aber wenn ichDir einen Gefallen damit thue, so muß ich wol."Damit nahm er die Medizin.
Die Mutter stand auf und ging gegen die et-was geöffnete Thür zu. — Mein Aug folgte ihrnach, und durch den Spalt blikte mir das schwarzeGewand des Kaplans entgegen-
„Noch nickt," sprach sie ruhig: „Warten Sie."Lautlos trat sie wieder zurük, sezte sich schweigendans Fenster und betete ihren Rosenkranz.
Der Oheim fuhr fort: „Sie sind an mir ge-wesen, Morton, als wär ich ein Heide, und ichglaube sie verspüren in ihren Herzen kein gerin-ges Aergcrniß daß ich die Welt da drüben nicht