ist cs nicht mehr als drei Minuten, daß ich Dichim Schlaf zurnkließ und mich so leis von Dirschlich, wie die Zeit von Dir wcggeht?"
„Ach," erwicdcrte 2<ora unter crröthcndcmLächeln ,,ich meines Theils glaube ein Instinktsagt uns, selbst wenn all unsere Sinne geschlossensind, ob Der den wir lieben bei uns ist odernicht. Im Augenblik wo Du von mir gingst, fühlteichs durch den Schlaf hindurch und erwachte. Aberdoch nicht jezt schon wirst Du mich verlassen?"
Mir ists als sah' ich Jsvren noch am geöffne-ten Fenster stehen, mit jener Fraucnängstlich-keit, welcher der geringste Gegenstand nicht ent-geht, den Anblik der Wolken prüfen und michum Vorsicht gegen den trügerischen Himmel bit-ten. Es ist mir als sah ich sie noch, wie sie,nachdem ich mich von ihrer Umarmung losgcrissenund nun an der Thür noch einmal nach einem Scbei-deblik zurükschautc, dastand. — Die Augen voll Zärt-lichkeit; die Lippen geöffnet und zitternd unter demVersuch zum Lächeln; — die langen, glänzenden Lv-ken, durch deren Nabenfarbe das purpurne Mor-genlicht wie ein gefangener Svnnenstral brach, infcffcllofer Schönheit über den durchsichtigen Nakenhinabfliescnd; — der Hals in stummer Trauer ge-beugt; das Köpfchen gesenkt; die Arme halbaus-gebreitet, und allmälig, wie meine Schritte sichvon ihr entfernten, hcrabfallend; der uicderge-drükte, überwältigte Ausdruk des Gesichts, der
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