Druckschrift 
3 (1834)
Entstehung
Seite
125
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IS5

.geschah, nach dem stillen abgelegenen Aufenthaltritt, den ich für sie auscrsehen, schlug mein Herzso gewaltig, durchbebte mich ein solcher Sturm derEmpfindung, daß ich bei der Ankunft vor demThor häufig mehrere Minuten laug unfähig wardie Leute zum Oeffnen zu rufen. So lag in dergeheimnisvollen Gefahr, die fortwährend überJsora zu hangen schien, ein unaufhörlicher Reizfür eine Liebe, die schon au sich nicht zum Schlum-mer geneigt war. Die ununterbrochene Spannungbeseitigte gänzlich die Mattheit, woran eine be-reits in den häuslichen Umgang cingetrctene Nei-gung gewöhnlich leidet, und steigerte meine Lei-denschaft im nämlichen Augenblik, wo sie meineGlükseligkeit minderte.

Als ich heut bei Jsoren anlangte, stand siebereits am Fenster, meiner Ankunft wartend. 2"welchen Glanz ihre schwarzen Augen aufstraltenals sie mich crblikte! Wie das volle Blut unterden zarten Wangen anfwalltc, welchen in leztcrZeit die Macht des Gefühls seine' Vergeistigungdurch einen bleichem Anflug anfgcdrükt hatte, alsdieselben beim Beginn meiner Bekantscyaft mitihr zu tragen pflegten! Wie mir ihr leichterSchritt dann entgcgenflog! Wie ihre leise Stim-me bei ihrem Gruß bebte! Wie aus jeder Ge-berde ihrer anmurhvvllen, im reinsten Ebenmaßgehaltenen Gestalt das innige, freudige, beseelendeEntzükcn ihres Herzens sprach! Es ist ein weh-