Druckschrift 
3 (1834)
Entstehung
Seite
92
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den Dunst und Qualm der auf einander gedräng-ten Stadt strömte heilig und rein ihr stilles Licht,dem Stral vergleichbar, welchen Gottes Milde aufdie grobe Meuschcnnatur ausgicst. Bleich undruhig fiel dieser Schimmer auf Jsorcns Antliz, dieneben meinem Lager auf dem Boden saß. Die eineHand meinem Druk hingcbcnd, sah sie zu mir em-por, bis sie meinen Blik fühlend die crröthcndeWange abwandte. Schweigen war um und überuns, aber unter dem Fenster vernahmen wir zu-weilen die Tone der gemeinen Erde; unmerklichumschlossen sich dann unsere Hände noch enger, undwir empfanden ihr Zittern deutlich in unfern Her-zen, denn diese Töne erinnerten uns Beide anunser irdisches Dasein und an unsere Trennungvon der grosen Herde unseres Geschlechtes.

Was ist Liebe als Geschicdcnhcit von der Welt,als Vereinigung zweier Seelen, zweier des Staubsund der Asche entkleideten Unsterblichkeiten ineine einzige? Tausend Bande werden aus Allem,was hart und selbstisch ist, gelöst, um sich in eineeinzige heilige Schleife neu zu verknüpfen! Werliebt hat das Geheimniß des Einsiedlers gefun-den : die Siedelci ist ihm theurcr geworden, alsdie Welt. O Ruhestätte von den Mühen und demFluch unseres gesellschaftlichen, gefesselten Zustan-des, eine kurze Zwischenzeit bist du, schwebendzwischen zwei Ewigkeiten der Vergangenheitund Zukunft ein Stern der zwischen Morgen