Druckschrift 
3 (1834)
Entstehung
Seite
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Und doch, Tarleton," entgegnete ich,istFreude über die Kleinheit der andern Leute dieallerkleinlichste Empfindung. Nichts verächtlicherals Verachtung aus Gewohnheit. "

Ich bitt Dich," erwiederte der hochmüthigeAristokrat,sprechen wir nicht so spizfündig überDergleichen; laß mir meine Freude ohne Glossendarüber zu machen. Was hast Du diesen Mor-gen zunächst vor?"

Hm! ich habe meinem Oheim ein Bild desimschäzbaren Gesichtes versprochen, das Lady Has-selton so hübsch findet.. Heut ist meine lezte Si-zung bei Kneller."

*) Gottfried Kneller. geboren in Lübek im Jahriü47, ursprünglich ein Historienmaler, der sich je-doch bald ausschlieslich der Portraitirung widmete.Er begab sich nach England, wo er in Kurzem einenRuhm erlangte, über den er selbst erstaunt war.Die ungemeine Leichtigkeit, womit er arbeitete,kam ihm besonders zu statten. Ueberdics gebrauch-te er für untergeordnete Gegenstände Gehilfen,so daß eine unglaubliche Menge von Gemälden ausseiner Werkstatt hcrvorging? Karl II ernannteihn zu seinem ersten Maler. Wilhelm III machteihn zum Ritter und in der Folge zum Baronet,Königin Anna zum Präsidenten der Malerakade-mie. Er hielt sich nicht an eine genaue, sklavischeAehulichkeit. wüste aber seinen Bildern etwasganz eigenthümlich Ansprechendes zu geben. Beiseinem im Jahr 1726 erfolgten Tod hinterließ erfünfhundert unvollendete Portraits, für deren