Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
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auf die Tafel eines phantasicvollcn Gcmnths schreibt,werden in Wahrheit nie ganz ansgelöscht nnd verwischt sie sind wie eine unsichtbare, sympathetische Schrift,welche allmälig am Licht und in der Wärme lesbarwird. Man bringe den Genius in vertranten Verkehrund Berührung mit der Jugend, und er wird jungwie sic. Dcßwegcn beachtete Evcline jetzt noch nichtdie Ungleichheit der Jahre zwischen sich und Maltravers.Aber die Ungleichheit des Wissens und der Geisteskraft,diente für jetzt noch, ihr das süße Gefühl der geistigenGleichheit zu verwehren ohne welches die Liebe beiden Frauen selten eine sehr innige Scelenncignng ist.Nicht ebenso ist cs bei den Männern. Allmälig aberwurde sie immer vertranter nnd zutraulicher mit ihremernsten Freund; und in dieser Vertraulichkeit lag ein ge-fährlichcrZaubcr für Maltravers. Sie konnte ihn jedenAugenblick mit ihrem Lachen aus seinen trübsten Träu-mereien wecken sie konnte, mit reizender Schalkheit,seinen liebsten Grundsätzen widersprechen ja sogarihn, mit entzückendem Ernst, schelten, wenn er nichtimmer ans ihre Wünsche und Launen fertig und bereitstand. Für jetzt schien cs gewiß, daß Maltravers sichin Evelincn verlieben würde; aber eS blieb mehr eineSache zweifelhafter Möglichkeit, ob Evelinc sich in ihnverlieben würde.