Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
84
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und trennten sich cm der Schwelle eines großen, düstern,verfallenen Hauses, welches Sybille als ihres VatersWohnung bezeichnet«:.

Das Mädchen zögerte unter dem Eingang, und derFremde beschaute mit der leidenschaftslosen Bewunderung,die ein schöner Kunstgegenstand bei einem Manne vongebildetem Geschmack, der aber über den Enthusiasmushinaus ist, erregt, die gesenkte Wange, welche unter sei-nem Blick erröthcteFahre Wohl!" sagte er ; und dasMädchen schaute gedankenvoll auf. Er hätte vielleichtohne Eitelkeit diesem Blick die Deutung geben dürfen,daß er sage, was der Mund nicht auszusprechen wagte:lind werden wir uns nicht wieder begegnen?"

Aber er wandte sich weg mit förmlicher, obwohl ar-tiger Begrüßung: und wie er sein Pferd wieder bestieg,und langsam dem Innern der Stadt znritt, murmelte ermit einem melancholischen Lächeln um den Mund vor sichhin:Jetzt möchte das großgewachsene Kind sich einneues Spielzeug machen; aber ein unschuldiges Herz istein verletzliches Ding, und Ein falsches Gelübde kann esbrechen. Hübsches Mädchen, du gefällst mir zu sehr, alsdaß ich dich lieben sollte. So, wie mein junger schotti-scher Minstrel singt und betet:

Christ die schönen Wöglcin daheim Wohl bewahr",Weil Liebschaft bringt so große Gefahr!" *

* Ein schottischer Dichter, in Lord Halles' Sammlung, hatfolgende Strophe in einem sehr artigen Gedicht, betitelt:Die Gefahr in Liebschaft: