Druckschrift 
2 (1836)
Entstehung
Seite
78
Einzelbild herunterladen
 

schoß die zärtlichsten Blicke gegen den schonen lungenFremdling ab; aber mochte nun die merkwürdig vor-spriugende und lange Nase der Schüyin die Blicke anihrer vollen Wirkung hindern oder nicht, gewiß ist,daß Clarence sie selten mit jenem leidenschaftlichenFeuer zurückgab, auf welches Miß Barbara zn rech-nen gewagt. Wirklich gehörten die einzigen Perso-nen. von welchen er sich einigermaßen angezogenfühlte, seinem eigenen Geschlecht an. Die eine warTalbot, jener alte Herr, dem Frau Grünspan die vol-lendetsten Sitten des Hofs zugeschrieben; die andere einjunger Künstler mit Namen Warner. Talbot erwiessich zu Lindens großer Verwunderung, (denn die Lob-sprüche der Frau Grünspan hatten ihn auf etwasunendlich Widerwärtiges gefaßt gemacht) als ein Mannvon Geburt, Vermögen und ausgezeichnet anmuthi-gem und cindruckvollcm Benehmen. Freilich beehrteer aber auch das Haus, trotz Madame's dringende»Sollicitatiouen und trotz der Nachbarschaft, nur sehrselten mit seinem Besuch, sandte vorsichtiger WeiseVormittags erst seinen Bedienten herüber, um Na-men und Zahl der erwarteten Gäste zn erfahren,und nahm an dem reichbcsetzten Tisch der Papierhänd-lerin nie Theil, sobald dessen Leckerbissen noch vonirgend sonst Jemand, als Clarence und dem jungenKünstler genossen wurden. Letztern liebte der alteHerr in der That, und da für einen Menschen vonwirklicher guter Geburt und Erziehung das Gemeineblos in der Denkart liegt, so sprachen das schmale