Druckschrift 
2 (1836)
Entstehung
Seite
107
Einzelbild herunterladen
 

107

die Lehre gethan, wird Arbeiter, hat das elterlicheBeispiel vor Augen, heiratet ei» Mädchen seinesAlters, sein Kind macht die alte Runde Lurch diemilden Anstalten, sein Arbeitsgewinn wird un-sicher, aber seines Vaters Familie war früher ingleichen Umständen, und wurde immer durch Wohl-thätigkeit gerettet, so nimt er selbst denn ebenfallszur Wohlthätigkeit seine Zuflucht. Für Kohlen undBrod stehen ihm Gemcindcgaben zu Gebot. VonSpilalfields-Affoeiationen, Suppengesellschasten, mil-den Gesellschaften, Pensionsgesellschasten, die sämt-lich die bequeme Ueppigkcit des Umsonstlebcns för-dern, gelangt er endlich zu dem fixen Gehalt einerGemeindeniilerfliizjung; er sucht um einen Auszuga»s dem Gcmeinderegister nach, beweist seine An-sprüche durch den Lehrbrief der Wohlthätigkeitsschuleund ladet seine Familie dem Kirchspiel mit einemEinkommen von wöchentlichen 5 Schillingen (z fl.rhein.) auf. In diesem einförmigen Wechsel freiwil-liger und gezwungener Unterstüzznng schlext er sichbis ans Ende seiner Bettlerexistcnz. Vor seinemAbscheider, dürfte er dem Publikum förmlichen Dankabstatten. Er ist uncntgeldlich geboren, un-entgeldlich genährt, unentgeldlich gekleidet,unentgeldli ch erzogen, un entg eld lich unter-gebracht worden; unentgeldlich hat er Arzneiund ärztliche Pflege erhalten, unentgeldlich sindwiederum seine Kinder geboren, genährt, ge-