Natur beschränkt, zu welchen Kenntnissen könntenwir bereits gelangt sein! Hier werben Geduld,Prüfung nie umsonst angewandt. Wir sehen, waswir untersuchen, unser Geist steigt an einer greif-baren Leiter von Ursachen und Wirkungen empor.Die Natur ist die große Seele der äußer» Welt,und Nvthwendigkeit legt ihr die Gesetze auf, nachwelchen sie handelt, so wie sie uns die Kräfte mit-theilt, durch die wir untersuchen, nämlich Gedächt-niß und Wiffenstrieb; die Vereinigung dieser Kräfteist Verstand, ihre höchste Höhe Weisheit. Nun denn,mit Hilfe dieser Kräfte untersuch ich die uner-schöpfliche Natur. Ich prüfe Erde, Luft, Himmel,Meer — ich finde, daß alle unter sich in geheimniß-vollem Zusammenhang stehen; daß der Mond dieFluthen hebt; daß die Lust die Erde erhält undMittel de« Lebens und Empfindens ist; daß wirdurch Kenntniß der Gestirne die Grenzen der Erdemessen, die Zeit in ihre bestimmten Abschnitte brin-gen, im Abgrund der Vergangenheit durch ihrenschwachen Schimmer geleitet werden und durch ihreheilige Sprache die Geschicke der Zukunft erfahren.Während wir somit nicht wissen, was die Nothwendig-keit ist, erlangen wir mindestens Kunde von ihrenBeschlüssen. Und welche Moral leite ich ans die-ser Religion ab? denn eine Religion ist es. Ichglaube an zwei Gottheiten, an die Natur und dieNothwendigkeit; letztere ehr' ich durch Unterwerfung,erstere durch Forschung. Welche Norm für unsre
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