Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
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An die freieste Freiheit gewöhnt, Beifall und Bewunderungals ihr Recht ansprechend, ohne alle Erziehung, gemeinenGeistes, roh in der Sprache und heftig von Gemüthsart,macht die schöne Furie, welche er in seine Heimath cinführte,ihm diese Heimath zur Hölle. So wird das, was dem ober-flächlichen Blick als am bencidcnswerihesten erscheint, fürden Besitzer am verhaßtesten. Er wagt es nicht, irgendeine Seele anfznsordcrn, daß sie mit ansehe, wie er sein Goldverbraucht, sondern hat sich auf einen gemeinen, knickerischcnAufwand beschränkt und klagt über Unglncksfälle und Armuth,weil ihm dies einen Vorwand gibt, seinem Weib die Vct-gnügungcn zu versagen, welche sie sich von den Geldsäckendie sie geheirathet, versprochen hatte. Eine unbestimmteAhnung von Vergeltung hat in ihm Gewissensbisse geweckt,die seine anderen Qualen erhöhen, lind da diese Gewissens-bisse aus dem Aberglauben, nicht aus der Religion guellen,von unten aufsteigen und nicht von oben Herkommen, so brin-gen sie ihm keine von den Tröstungen, welche die ächte Neuein ihrem Gefolge hat. Er sucht nie, gut zu machen, undeine sühnende gute Handlung fällt ihm nicht im Traume ein.Seine Schätze flnthen um ihn her und breiten sich weiterund weiter aus seinem eigenen Bereich.

Der Graf di Peschiera hatte sich nicht getäuscht in de»Berechnungen, die ihn bewogen, Reue zu heucheln und einenAnspruch an seinen Verwandten zu begründen. Er erhieltvon der Großmuth des Herzogs di Serrano einen nicht mitseinem Rang im Mißverhältniß stehenden Jahrgehalt, undkein Hofbefehl verbot ihm die Rückkehr nach Wien. Aber