Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
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qnette, und Lcvst, bei dem, wie wir gesehen haben, Eifer-sucht die vorherrschende Leidenschaft bildete, lag auf einerewigen Folterbank, Seine Geringschätzung der menschlichenNatur, sein Unglaube an die Möglichkeit der Tugend er-höhte die Qual seines Argwohns und führte gerade die Ge-fahren herbei, die er fürchtete. Die Selbstgnal, am eige-nen Herd den Spion zu machen, war sein einziges Geschäft.Bei seinen Banketten spukte ein Gespenst, und die Beiga-ben seines Neichthums wurden ihm zur Geisel der Nemesis.Sein heiteres estnisches Lächeln verwandelte sich in ein fin-steres Grollen, sein Haar bleichte zu Weiß und seine Augenwurde» hohl unter einer verzehrcuren Sorge. Plötzlichveiließ er sein kostbares Haus — verließ Alles, schwor gänz-lich der Gesellschaft ab, die mit seinem Neichthnm zu erkaufenseine Lust gewesen war, und begrub sich und sein Weib ineinem abgelegenen Winkel des Landes, wo er noch lebt.Vergeblich sucht er seine Tage mit ländlichen Beschäftigun-gen zu kürzen — er, für den die Aufregungen der Haupt-stadt mit all ihrer Verderbtheit und ihren Lastern die alleini-gen Quellen des trüben Stromes waren, welchen er „Ver-gnügen" nannte. Auch hier hält ihn noch der Teufel derEifersucht gefesselt. Mit dem hohlen Auge und dem ver-stohlenen Schritt eines Diebs schleicht er auf seinen Besitzun-gen umher und hütet sein Weib wie eine Gefangene, da sieihm jeden Tag zu entlaufen droht. Das Leben des Mannes,der für so viele das Gefängniß aufgeschlossen hat, ist daseines Kerkerknechts. Seine Frau verabscheut ihn und ver-hehlt es ihm nicht; aber gleichwohl betet er sie sclavisch an.