Wunder, denn jeder Zoll an ihr ist eine Lady. Und warumsollte sie nicht zuletzt noch eine gnädige Frau werden?"
„Er? — Was für ein Er? Oh, diese thörichte Ein-bildung mit Deinem jungen gnädigen Herrn da! Ein ge-scheidtes Weib, wie Du! — Unsinn! Ich bin froh, daßmeine kleine Schönheit nach London und dem Unheil ausdem Weg gegangen ist."
„John — John — John! Meiner Nora konnte nieein Unheil zustoßen. Sie ist zu rein und zu gut und hat zuviel achtbaren Stolz, als daß —"
„Sie den jungen Lorden Gehör schenken sollte, hoffeich," sagte John; „obgleich sie," fügte er nach einer Pausebei, „eine gnädige Frau gut vorstellen könnte. Der gnä-dige Herr — den jungen meine ich — nahm mich vor eini-gen Tagen so freundlich bei der Hand und sagte: 'Habt Ihrin jüngster Zeit nichts von ihr gehört — von Miß Avenel,wollt' ich sagen?' Und dabei standen seine glänzenden Au-gen so voll Thränen, wie — wie — wie die Deinigen ebenjetzt."
„Schon gut, John, schon gut. Sprich weiter."
„Das ist Alles. Dann kam die gnädige Frau herzuund nahm mich mit fort, um mit mir über die Wahl zu reden.Und als ich gehen wollte, flüsterte sie mir zu: 'Schenkt mei-nem wilden Knaben kein Gehör, wenn er mit Euch vonEurem lieben Mädchen sprechen will. Wir Beide müssenSorge tragen, daß sie nicht zu Schanden kömmt.' — 'ZuSchanden!' Dieses Wort machte mich für den Augenblicksehr ungehalten. Aber die gnädige Frau hat so eine Art
103 '