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Der Arzt wandte sich zu Sidney, der mit seiner Uhr-kette spielte und zu ihm herauf lächelte.
„Und dies Kind, Sir?" sagte die Mutter beküm-miert, ganz den über sie selbst ergangenen schlimmenSpruch vergessend — „er ist so zart!"
„Ganz und gar nicht, Madame — ein sehr hüb-scher kleiner Bursch," und der Arzt tätschelte den Knabenauf den Kopf und verschwand rasch.
„Ach, Mama, ich wollte Du rittest — ich wollteDu nähmest.daS weiße Pferdchen!"
„Armer Knabe! Armer Knabe!" murmelte die Mut-ter: „Ich darf nicht selbstsüchtig sehn!" Sie bedeckte sichdas Antlitz mit den Händen und fing an nachzusinnen.
Konnte sie so, den wahrscheinlich nahen Tod vorAugen, den Entschluß fassen, ihres Bruders Anerbietenabznlehnen ? Sicherte es nicht wenigstens ihrem Kind Ob-i dach und Brod? Wenn sie einmal todt war, konnte dannnicht das Band zwischen dem Oheim und dem Neffen ab-gerissen werden? Wußte sie, ob er dann so freundlichgegen den Knaben sehn würde §ls jetzt, wo sie ihn mit ei-genem Mund seiner Sorge empfehlen, wo sie selbst daskostbare Pfand in seine Hände liefern konnre? Unter sol-chen Gedanken faßte sie einen jener Entschlüsse, welche dieganze Stärke selbstaufopfernder Liebe in sich schließen. Siewollte den Knaben, ihren einzigen Trost, ihre einzigeFreude, von sich weggeben, sie wollte allein sterben,—allein!