115
Bentham bleibt jedoch das Verdienst, das großeVerdienst, hinsichtlich der von ihm behandelten Ge-genstände wenigstens eine Seite der Wahrheit undzwar die wichtigste ins Licht gesezt zu haben. Wieunvollkommen seine Spekulationen über die Moral,die Regierung u. s. w. auch sein mögen, so sind siedoch höchst lehrreich und sehr werthvoll für Den, derdie Wahrheit zu ergänzen versteht. Sie können nurdadurch irre fuhren, daß man sie für die ganzeWahrheit, für die vollständige Philosophie des frag-lichen Gegenstandes ausgibt. Bentham war mehrein Deuker als ein Leser; er vergleicht nur seltenseine eigenen Ideen mit denjenigen anderer Philo-sophen und ahnete nicht im Geringsten, wie vieleIdeen in andern Köpfen entstanden waren, zu derenWiderlegung oder Würdigung seine eigenen Doktri-nen nicht mehr ansreichten.
allgemeine Richtigkeit des leztern schließen last.Benthams Meinung«» über die politischen Fragendes Tages mögen so richtig oder so unrichtig seinals mg» will, so kamt bei ihrer Benrtheilnngdoch die Thatsache in Betracht, daß jene Meinun-gen aus einer halben Wahrheit beruhen. JedemForscher bleibt es sodann überlassen, die andereHälfte der Wahrheit hinzuzufügen und die prak-tischen Folgerungen zu bestätigen oder zu berich-tigen , je nachdem seine eigenen Einsichten ihndazu befähigen.
8 -