136
„Ich höre oft von Ihnen sprechen," lautete einedieser seltsamen Episteln, „und cs ärgert mich beinahegleich, ob nnn die Narren sich hcrausnchmen, Sic zuloben oder zu schelten. Diese armselige Welt, in derwir leben! wie verachte ich sie — wie widert sie michan! — und doch wünsche ich, daß Sie ihr dienen undsie beherrschen! Widerspruch der Schwäche! weibischeParadoxie! O, tausendmal lieber sollten Sic fliehenvor ihren niedrigen Versuchungen und ihrem arm-seligen Lohn! — Wäre die Wüste Ihre Heimath undSie wünschten Sich Jemand, der Sie bediente — ichkönnte auf Alles verzichten, Rcichthnm, Schmeichelei,Ruf, Weiblichkeit, um Ihnen zu dienen."
* » 4 - 4 - 4 -
„Einst bewunderte ich Sie um Ihres Geistes willen.Meine Krankheit hat rasche Fortschritte gemacht, nndsetzt bete ich Sie beinahe an um Ihrer selbst willen.Ich habe Sic gesehen, Ernst Maltravcrs, — Sic oftgesehen — nnd wenn Sie keine Ahnung hatte», daßdiese Angen auf Ihnen hasteten. Jetzt da ich Sic ge-sehen, verstehe ich Sic besser. Wir können die Men-schen nicht nach ihren Schriften und Handlungen bc-urtheilcn. Die Nachwelt kann nichts wissen von demWesen der Vergangenheit. Tausend nie geschriebeneBücher — tausend nie verrichtete Thatcn liegen in demAuge, in dem Mnnd der Wenigen, die über den großenHaufen hcrvorragen. In diesem kalten, tiefsinnigen