Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
125
Einzelbild herunterladen
 

125

Er hatte gesehen, wie gar häufig cs bei reichenMännern, die sich in vorgerücktem Atter vcrhcira-thcn, vorkoimnt, daß fic all ihr Vermögen einerjungen Wittwe und deren Kindern aus einer friihcrnEhe hintcrlasscn, wenn fic einmal Neigung für letz-tere fassen, und er spürte deutlich, daß er in dereigentlichen Neigung seines Oheims Tcmplcton einenziemlich schwachen Halt besaß. Dcßhalb beschloß er,so viel möglich, seinen Oheim seiner jungen Frau zu'entfremden in der Hoffnung, wenn der Einfluß derGattin geschwächt werde, würde auch der des Kindessich vermindern; und Tcmplctons Eitelkeit und Ehr-geiz sich zu Verbündeten zu wecken, welche den Mangelan Bebe zu ihm selbst ersetzen sollten. Diese» gedop-pelten Plan verfolgte er mit meisterhafter Kunst undGeschicklichkeit. Zuerst suchte er sich das Vertrauen unddie Achtung der sanften, schwermüthigcn Mutter zugewinnen; und hierin erreichte er, bei ihrer cigen-thümlichen Arglosigkeit und Unerfahrcnheit, seine Absichtaufs vollständigste und glänzendste. Sein offenes Be-nehmen, seine ehrerbietige Aufmerksamkeit, die Kunst,womit er den Verdruß oder die üble Laune Mr. Tcmplc-tons von ihr abwchrtc, die Heiterkeit, die sein gefälligmunteres Wesen über ein sonst so trübseliges Haus ver-breitete das Alles machte, daß die arme Frau seine Be-suche gerne sah und auf seine Freundschaft vertraute. Viel-leicht lear sie froh, daß die »öle-ü-iöles mit einem herbenund unfreundlichen Gatte» unterbrochen wurden, derVnlwcr's Romane, l-XV 9