Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
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Fremder viele der merkwürdigen Männer des geschäf-tigen, nachdenkcudcn, majestätischen Englands unterEinem Dache versammelt sehen kann. Lord Latimcrselbst war KabinctSministcr gewesen. Er zog sich vomöffentlichen Leben unter dem Vorwand leidender Ge-sundheit zurück, in der That aber, weil das geschäf-tige und hastige Treiben seinem feinen und hochgebil-deten, aber etwas unkräftigen Geist nicht znsagtc. Beigroßem Ansehen und einem trefflichen Koch hatte ersich einer großen Popularität sowohl bei seiner Partei,als bei der Welt überhaupt zu erfreuen; und er warder Mittelpunkt eines kleinen, aber ausgezeichnetenKreises von Bekannten, welche Latimcrs Wein tranken,Latimcrs Worte citirtcn und Latimcr viel lieber hatten,weil er, weder Autor noch Minister, ihnen nirgendsim Wege stand.

Lord Latimcr empfing Maltravets mit auffallenderArtigkeit und sogar Achtung, und lud ihn ein, sich anseinen Whisttisch zu setzen, eines der höchsten Kompli-mente , das seine Lordschaft Ernsts Geist erweisenkonnte. Aber als der Gast diese ihm angcbotenc Ehreablchntc, übergab ihn der Graf den Händen der Gräfin,als Einen, welcher hicmit dem weiblichen Geschlechtanhcimgcfallcn, und war bald tief versunken in dieAufmerksamkeit auf die Wcchselfallc des Spiels.

Während Maltravcrs mit Lady Latimcr sprach,erhob er zufällig das Auge und sah sich gegenübereine junge Dame von so auffallender Schönheit sitzen,daß er sich kaum eines Ausrufs der Bewunderung