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„Oh, Edward, mein König, warum habt Ihr michso falsch beurtheilt in der Stunde des Glückes!" sagteWarwick einfach, aber mit eingreifendem Ernst; „daIhr mich doch in der Stunde der Widerwärtigkeit wohlerrathet und würdigt?"
Wie er sprach, neigte er das Haupt, und seineKniee beugend küßte er die ihm dargebotene Hand.
Edwards Angesicht klärte sich strahlend auf, und denGrafen erhebend, schaute er stolz die Barone an, welcheüberrascht und stumm umher standen.
„Ja, meine Lords und SirS, seht — nicht der Grafvon Warwick, außer unfern königlichen Brüdern dernächste Unterthan am Thron, ist es, der mich am Tageder Gefahr zu verlassen im Stande wäre."
„Auch wir nicht, Sire," erwiederte Raoul de Fulke;„Ihr thut uns Unrecht vor unserem großen Genossen,wenn Ihr uns so falsch beurtheilt; wir wollen fechtenfür den König, aber nicht für der Königin Verwandte;und dieß allein zieht uns Euern Zorn zu!"
„Die Thore sollen Euch geöffnet werden. Geht!Warwick und ich find Mann's genug für jenes Gesindel!"
Des Grafen schneller Blick und seine genaue Bekannt-schaft mit seiner Zeit ließen ihn sogleich die Entzweiungund ihre Ursachen erkennen. Auch war er, wie groß-müthig immer, nicht geneigt, di» gegenwärtige Gelegen-heit hinauszulassen, um für alle Zeit einen Einfluß zuvernichten, von dem er wußte, daß er ihm feindlich unddem Königreich schädlich sey. Er besaß die Großmuth —