Druckschrift 
6 (1843)
Entstehung
Seite
106
Einzelbild herunterladen
 

106

Achtes Kapitel.

Mit Recht gaben die Alten der Göttin der Bcredsamkeir eineKrone.

Die Lady von Warwick stand an der Schwelle desThores, das im Innern des großen Vierecks zu den vonder Familie benützten Zimmern führte; und an der Spitzedes gewaltigen Zuges, der Glied um Glied aus dem-stern Rachen des Bogens heroorkam, ritten der Graf, aufseinem schwarzen Schlachtroß, und der junge König.

Schon von der Stelle aus, wo sie stand, bemerktedie besorgte Llultolsiiie (Dame des Schlosses) das miß-muthlge, finstere Wesen, womit Edward seine Blicke aufdie starken Mauern der Feste warf, und zu den Zinnenhinauf, welche von den Piken und Pickelhauben von Be-waffneten starrten, die mit dem Schweigen militärischerDisciplin auf den Pomp unten herabschauten.

Oh, Anna!" flüsterte sie ihrer jüngsten Tochter zu,die neben ihr standwas find doch Weiber im Kampfeder Männer? Wollte Gott, daß unser Lächeln die Wun-den heilen könnte, die eine Beleictgung dem Herzen einesstolzen Mannes schlägt!"

Anna, ergriffen und gerührt durch ihrer MutierWorte, und mit einem heimlichen Verlangen der Neugier,den Mann zu sehen, der auf dem Throne des Prinzenherrschte, den sie liebte, trat näher und mehr hervor, undplötzlich, wie der König den Kopf wandte, fiel sein Blickauf ihr lebhaft nach ihm gerichtetes Auge und ihr blü-hendes Angesicht.