Druckschrift 
10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
Entstehung
Seite
500
Einzelbild herunterladen
 

500

Geschichte der Juden.

erneuert und ausgebreiltet.Ursach wessen dann der.Jonas

Nath. Eybeschitz von denen Oberrabbinen.in den Großen Bann erklärt

worden ist" (Monatsschr. 1877, x. 21).

Hören wir eine andere unparteiische, eine christliche Stimme. In denFreimüthigen Nachrichten von neuen Büchern" (Zürich Jahrg. 17ö2S. 388) ist ein Resumö des Verlaufes dieses Streites gegeben, daS dem Leserum so lieber sein wird, als bisher Eibeschützens Biographen kein Wort von Ur-theilen aus christlichen Federn auch nur angsdeutet haben:

Der Streit, welcher die hiesige Judenschnft in Absicht auf den sogenanntenMstz'er-Rabbinen Eibeschütz trennet, hat bisher so viel Aufsehens gemacht,daß wir glauben können, unsere Leser werden begierig sein, etwas Genaueresdavon zu erfahren. Und wir können ihnen von der Hauptsache dieses Streitesdesto eher einiges Zuverlässiges melden, da von beiden Theilen an einen Mit-arbeiter dieser Zeitung Nachrichten gelangt sind. Die Partei, welche mit derWahl dieses Metzer-Rabbinen übel zufrieden ist, beschuldigt ihn, daß er an denSabbatai Zewi glaube, oder (wie sie es nennen) Schabsaswite sei. Sieberuft sich unter andsrm zum Beweis dieses Vorgebens auf einige von ihmausgestellte Kemioth (Zauber-Zettel, Amulete), dergleichen wir auch einige vorder Hand haben. Sie halten für offenbar, daß in diesen Kemioth öfters dasKunststück der Juden gebraucht sei, das sie ^tda-seli nennen, da man für denersten Buchstaben des Alphabets den letzten, für den 2ten den 21sten, für den3ten den 20sten u. s. f. setzt, und zwar scheine solches nicht nur in ganzen Worten,sondern auch bei einzelnen Buchstaben geschehen zu sein. So werde zum Exempelfür bald bald aber geschrieben. Nach eben diesem Kunststückdeutet sein Gegentheil einige Worte, die in dem Hebräischen gar keine Deutunghaben würden, wenn sie ordentlich gelesen werden sollten, und findet dadurchseiner Meinung nach in jedem Zettel den versteckten Namen: Sabbatai Zewiund zwar dergestalt an einem bequemen Orte, daß man sich wundernmüßte, wenn es ein bloßer Zufall und Verdrehung sein sollte,So übersetzen sie in dem ersten Zettel:Sabbatai Zewi, der durch den Odemseines Mundes den Gottlosen tödten wird, und am Ende: damit geheiligtwerde der Name des Gottes Israels und der Name Zewi Sabbatai"". Im2ten und 3ten Zettel kommt etwas ähnliches mit dem schon gemeldeten vor.Unter dem 4ten erklären sie die in einer Art von Siegel stehende Unterschrift:,,,.Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, Messias, Davids Sohn,Sabbatai Zewi"". Von gleicher Art sind die übrigen Übersetzungen und wirwollen blos den 6ten Zettel seiner Kürze wegen ganz übersetzen:Ach, derHerr, der Gott Israels, der da wohnet in der Zierde seiner Macht; ach wegendes Verdienstes seines Knechtes, des Sabbatai Zewi p (d. i. heilig) schickeHeilung diesem Weibe, damit dein Name geheiligt werde und. der Name seinesKnechtes, des Sabbatai Zewi des Heiligen."" Der Metzer-Rabbiner, dem dieAbschrift dieser Zettel von hier aus übersandt ist, beschwert sich hiergegen,daß in seine Zettel einige Buchstaben hineingerückt wären, die er uns dochnicht deutlich hat melden lassen. Er bezeugt auch, daß er die Auslegung ganzund gar nicht annehme, die seine Widersacher über seine Zettel machen. Alleinwas er unter den bedeutungslosen Worten verstehe, will er nicht anzeigenund es wird zur Ursache vorgebracht, daß er in der Kabbala und insonderheitin der Kunst dergleichen Zettel zu schreiben und Geister zu beschwören, seinesgleichen in Deutschland nicht habe und sich vor dem Gerichte eines wenigergelehrten Juden nicht einlassen könne. Man muß auf der einen Seite be-