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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

sich viel mit Eibeschütz beschäftigt hat, sprach ihnim Alter" von dem Verdachtefrei:doch mag er in seiner Jugendzeit ... sich hin und wieder (über denSabbatianismus) günstig geäußert haben, da ein gewisser Hang zur Eitelkeitihm nicht abzusprechen ist." (F-rankel's Monatsschrift 1858, S. 392). Keinerder genannten Historiker oder Biographen ist auf das Objekt, auf das vorxusstellet!, auf die verdächtigten Amulette, eingegangen. Verzeihlich ist dieseVernachlässigung, da das Thema zu abstrus und abgeschmackt ist; aber siekann kein sicheres Urtheil, sondern nur ein vages Gerede ergeben. Mich hateine gewissenhaft angestellte Untersuchung zum Resultate geführt, daß Jonath.Eibeschütz, allerdings heimlich, in seiner Jugend und im Alter dem sabbatianischenSchwindel oder der Theorie von dem Dualismus in der Gottheit gehuldigthat, und eben dadurch war sein ganzes Leben eine Kette von Zwiespältigkeitund Heuchelei. Ich muß einige meiner Freunde, die noch heute eine schwärmerischeVerehrung für ihn, für den Vers, von Ilrira rve-lumirn und Xrsti u.-l?1sti,haben, um Verzeihung bitten, daß ich ihrem Herzen wehe thun und über ihrenHeros den Stab brechen muß. Die Pflicht des Historikers, Personen undVorgänge in ihrem eigenen Lichte zu zeigen, zwingt mich dazu. Um dieLeser in den Stand zu setzen, sich selbst ein Urtheil zu bilden, muß ich ihnendas Thema faßbar machen und ein historisches Zeugenverhör anstellen *).

Zunächst vom streitigen Objekt selbst. Die Frage liegt eigentlich sehr ein-fach. Sind die damals von den meisten deutschen, einigen polnischen unditalienischen Nabbinen verketzerten rvx>r:,o (Amuleten - Zettel) sabbatianisch odernicht? Hat sie Eibeschlltz geschrieben und vertheilt oder nicht? Fällt die Ant-wort verneinend aus, so war er ein unschuldig Verfolgter. Fällt die erste,bejahend und die zweite verneinend aus, so ist er ut, instantia, frei zu sprechen.Müssen aber beide Fragen bejaht werden, so war Eibeschütz nicht bloß in seinerJugend, sondern auch noch im Greisenalter ein heimlicher Sabbatianer, unddaraus lassen sich Consequenzen für seine Theorie und seinen Charakter ziehen.Abweisen läßt sich diese Untersuchung nicht. Das Verständniß für die tiefleidenschaftliche Aufregung jener Zeit und für die große Zahl der damalserschienenen Streitschriften erfordern von dem Historiker ein bestimmtes Urtheil. Es sind damals 175» und 51 etwa 26 mp'vp, welche Eibeschütz angeblichzur Heilung von Krankheiten und zur Erleichterung von ^asousiisrusnts inMetz, Franks, a. M. und Hamburg geschrieben und vertheilt haben soll,geöffnet, untersucht und verdächtig befunden worden. Sie sind meistens inder polemischen Briefsammlung rwv (s. I. 1752,. Lemberg 1877, nicht vonJakob Emden), zusammengestellt und copirt. Von diesen 26 wollen wir jedochnur sechs herausheben, eine, die er für eike Wöchnerin in Hamburg, undfünf, die er in Metz geschrieben haben soll. Diese fünf, auf ein Blättchengedruckt, zur Begründung der Anklage gegen ihn überall hin vertheilt undauch der holsteinischen Regierung, sowie dem König Friedrich V. von Dänemark,als Herzog von Holstein, vorgelegt, waren von den Gemeindebeglaubigten inMetz und von einem xrosursur stu roi als echt legalisirt worden, d. h. dieBesitzer dieser fünf Amulete haben an Eidesstatt ausgesagt, daß sie dieselbenvon ihrem ehemaligen Metzer Rabbiner Jonath. Eibeschütz empfangen hatten, und

s') Eine neueEhrenrettung des R. Jonathan Eibeschütz" hat 1870 vr.I. Cohn in denBlättern aus der Michael David'schen Stiftung in Hannover"(S. 1 bis 62) versucht. Die vereinzelten sachlichen Berichtigungen, die erbeibringt, sind gelegentlich berücksichtigt.^