Druckschrift 
6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
Entstehung
Seite
374
Einzelbild herunterladen
 

374

Geschichte der Juden.

dankbar zu zeigen. Dieses giebt ein*Gedicht an, welches sich in einigen Codicesvor dem Pentateuch-Commentar befindet (Oinss Oxtorct Eint. XVI):

.rix w' -.'82 122 2.11282

>12122- 2x .12122- 1"1 -22- ->222: 2121 ix Iiiirx2) .12-11 .122 1'2 I'2ix IIII22 1,112j2!2122x1 1222 IN 221 1222 1'822 22 .12-12 211.12122 1.12 > 2'2 11 1822 "212 112 t -82 ' 1112 '

Es ist dies ein wichtiger Anhaltspunkt zur Bestimmung seines Geburts-jahrs. Er hat also im 84 . Jahre die Arbeit unternommen und war mitExodus im Jahre 1 l 52 53 fertig. Bei der Schnelligkeit, mit der Jbn-Esraarbeitete (wovon wir weitere Beispiele kennen lernen werden), darf manzwischen Anfang und Vollendung höchstens ein einziges Jahr setzen.

Wo er diesen Commentar ausgearbeitet, muß erst ermittelt werden. ZuExodus 12,2 giebt er selbst den Ort an, um die Meridianentfernung vonJerusalem bis dahin zu bestimmen. Aber die Lesart ist schwankend. Diesctiüo xrineeps hat die Lesart: m- 21m .122-2- imi i-xi P21 22211' p2 121 '221x2- 2'22-2, ebenso las der Vers, des Ostöl «tosepst Einl. zu Exod. In denspäteren Ausgaben dagegen heißt es durchweg: (1211, 8212) 8 pii- .122-2-; ebensohaben zwei Codices der Seminarbibliothek lNr. 29 vom Jahre 1476 undNr. 31 dem Ductus der Buchstaben und den gemalten Figuren nach zu urtheile»,noch älter). Woher nun dieses Schwanken? Mir scheint, daß cs sich leichtdadurch lösen läßt, daß Jbn-Esra in beiden Städten den Pentateuch commen-tirt, in der einen die erste, in der andern die zweite Recension. Möglich auch,daß Jbn-Esra selbst die Stadt gar nicht namhaft gemacht, sondern einfachInn i-x.i geschrieben hat, und die Kopisten ihn hinzugefügt haben, der eineLucc a. der andere 21111, weil jedenfalls bekannt war, daß er in beiden Städtendie Pentateuchcommentarien geschrieben hat. Es würde sich also fragen, ob erzuerst oder zuletzt in Lncca commentirt hat. Um diese Frage zu lösen, mußich zwei Punkte vorweg als Voraussetzung annehmen, die erst später bewiesenwerden sollen: 1 ) daß 21111 nicht die Insel Nhodus, sondern die StadtRhodez oder Rodez in Südfrankreich bedeutet, und 2 ) daß er diezweite Ne-cension 1167 vollendet hat. Die Frage müßte demnach also formulirt werden:War er zuerst in Italien oder in Südfrankreich? Durch diese Formulirung istdie Frage eigentlich schon halb gelöst. Denn wir wissen, daß er sich seit Ende1155 größtentheils in Südfrankreich anfhielt. Er hätte sich also, wenn er diezweite Recension in Lucca ausgearbeitet haben sollte, von Südfrankreich wiedernach Italien begeben haben müssen, was durchaus unwahrscheinlich ist. Dieerste Recension ist also höchst wahrscheinlich in Lucca entstanden, und somit istdie Lesart 8,212 1222 i 8 i.i i-x gerechtfertigt. Wie ist aber die andere Lesartentstanden? Zu Exodus hat Jbn-Esra die sonderbare Behauptung ansgestellt,der Ort, in dem er den Commentar schreibt, liege um mehr als 3 Stunden 45 Meridiangrade von Jerusalem entfernt Nun mag er sich damals indiesem Punkte geirrt haben. Seine Bewunderer aber, welche sich so etwasvon ihm nicht denken konnten und auch fanden, daß er in andern (spätern)Schriften die Entfernung richtiger bestimmt hat, setzten vielleicht statt Luccadas westlicher gelegene 21111 (als Rhodez), um den Widerspruch einigermaßenaufzuheben. So mag die Lesart 2111 statt 8 ,212 entstanden sein.

Sämmtliche Schwierigkeiten, welche Joseph Ssphardi (in Ostet.lossxst zuGenesis 33 und in der Einl. zu Exodus) aufgeworfen, sowie seine Ausgleichung,daß der Commentar zu Exodus eine Compilation von Jbn-Esra's Jüngern