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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Note 5.

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Haben sich also die Kreuzschaaren in Frankreich zuerst gesammelt und sindvon da auf Lothringen gezogen, so ist es sicher, daß die Gemeinden von Metzund Trier vor denen von Speier und Worms die Opfer des Fanatismuswurden. Aber eben weil R. Elieser keine speciellcn Nachrichten von den Vor-fällen in Frankreich hatte, berichtet er summarisch darüber.

Noch eine Thatsache ist für die Geschichte der Juden während des erstenKreuzzuges festzustellen. Albertus Aquensis bemerkt ausdrücklich, daß nur daslüderliche, verworfene, lasterhafte Gesindel sich an Juden vergriffen hat. Vonden Kirchenfürsten haben die Prälaten von Speier und Köln sie geschützt, undselbst Rodthard von Mainz war nur aus Gier nach den Schätzen der Indenmit Emicho und seiner Schaar einverstanden, wofür er später vom KaiserHeinrich IV. zur Rechenschaft gezogen wurde. Die Bürger in Köln, weit ent-fernt. sich an den Excessen zu betheiligen, haben die Juden, wie Elieser alsAugenzeuge berichtet, in ihren Häusern 4 Tage, vom 6. bis 10. Siwan ver-borgen gehalten. Man darf also als gewiß annehmen, daß das Volk in Deutsch-land den Juden keineswegs gehässig war. Es ist daher durchaus falsch, wennSchaab (in seiner diplomatischen Geschichte der Juden in Mainz S. 67) eingrauenhaftes Bild von der niedrigen Stellung der Juden in Deutschland ent-wirft und hinzusügt:Zu keiner Zeit waren die Christen erbitterter gegen dieJuden" und zwarwegen ihres Wuchers und Schachers". Der Vicepräsidentdes Krcisgcrichtes zu Mainz, der es sonst gut mit den Juden meint, entschuldigtdie Juden der damaligen Zeit, daß sie dieses entehrende Gewerbe treibenmußten, weil jedes andere ihnen verschlossen worden war. Dem ist aber nichtso Von den Juden in Speier wissen wir, daß sie im Jahre 1096, also sechsJahre vor dem ersten Kreuzzugc, Ländereien besessen haben- äs rslius soruirr(Inäusorrirn Lxirsiisiurrr) Hirns fürs Imsrsäiba.rio possiäsnt in nrsis,In susis, in orbis, in viirsis, in uAris, in rnansipiis, ssir onsbsrisrsbns inodiiidus st innnodilibns. sagt Kaiser Heinrich IV. in der Urkundebei Würdtwein nova. sndsiäia. äi^loinaturn p. 128. Als ihnen der Bischofvon Speier, Rüdiger Huozmann, 1084 die ausgedehntesten Privilegien ertheilte,bemerkt er: s.ä snnunnin, xro eninnlo UsniAnitatis eonosssi illis (Inäusis)IsZsin, gnuniLNNHNs rasliorsru Uul>st xoxnlus änäasoruin in Hirnlidsburbs Isntoniei rsZni (das. 127). Sie waren also in Dsulschland damals nichtauf Wucher und Schacher beschränkt. Man muß sich sehr hüten, in der Ge-schichte der Juden aus späteren Zuständen auf frühere zu schließen. Vergleichtman die fanatischen Rundschreiben des Petrus Venerabilis gegen die Juden,zur Zeit des zweiten Kreuzzuges, mit der Bemerkung des Albertus Aquensisin Betreff der Excesse des ersten Kreuzzuges, so kann man daraus mit Sicher-heit schließen, daß die Juden im elften Jahrhundert durchaus nicht verhaßtwaren. Petrus ermahnte den König von Frankreich den Juden alle Habe ab-zunehmen, weil sie dieselbe auf unrechtmäßige Weise erworben und rieth nurdeswegen vom Todtschlagen derselben ab, weil es heißt:Du sollst sie nichttödten, sondern sie sollen unglücklich umherirren." Albertus Aquensis, eben-falls ein Cleriker, mißt den Untergang des kreuzzüglerischen Gesindels unterEmicho, Thomas. Clarembaldus und Wilhelm in Ungarn den Verbrechen bei,

aus diesem Orte war zu Markt in Köln mit einem Andern zusammen aus einersicherlich französischen Ortschaft -m-bn. Die drei so räthselhast scheinendenNamen sind übrigens leicht zu entziffern: ari ist Ham sim DepartementSommes, -inv ist Sully und ist Carentan sim Departement Eures.