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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Die Judenverfolgung des erste» Kreurzugrs )

Die Ausdehnung, welche das Gemetzel der Juden in Folge des erstenKreuzzuges gehabt, dis Reihenfolge der Gemeinden, welche das schrecklicheLoos getroffen, die Tage, an welchen es stattgefunden, und endlich die Richtung,welche die judenmordcndcn kreuzzüglerischen Schaaren genommen, alle dieseMomente find bisher noch nicht befriedigend ermittelt morden, weil die Ge-schichtsforscher größtenteils einseitigen und secundären Quellen gefolgt sind.Seitdem aber eine Hauptquelle darüber erschlossen ist, stellen sich die That-sachen ganz anders als bisher heraus. PH. Jaffs'sDarstellung der Juden-verfolgung zu Anfang der ersten Kreuzzuges" (Orient. Litbl. 184l ool.849 ff.) enthält viele Unrichtigkeiten, dis um so mehr berichtigt werdenmüssen, als derselbe auf dem Gebiete der deutschen Geschichte im MittelalterAutorität war. Wir haben jetzt mehrere zeitgenössische Berichte über dieseVerfolgung:

Jüd ische Quellen.

1) Die Hauptquelle: rnn-Bericht über die Leiden des Jahres

1096" zum ersten Male edirt von Jellinek (Leipzig 1854). Der Verf. warElieser b. Nathan Halevi, ein Zeitgenosse. Er wohnte wahrscheinlich inKöln. Denn er kennt die Umgegend von Köln genau und beschreibt dasGemetzel derselben mit mehr Details als das der übrigen Städte. (Er istnicht identisch mit Elieser b. Nathan tz'on-:, dem Verf. des mp.v pn aus Mainz,welcher nicht Levite war). Aus dieser Quelle schöpfte Joseph Kohen seineNachrichten über diese Leidensgeschichte in seinein ovo-.v 'ivi und nrv.v daer aber einen corrumpirten Text benutzte und von Kritik nichts verstand, sohat er namentlich in Betreff der Localien manche Jrrthümer begangen. DieseJrrthümer sind in Folge schlechter lateinischer, deutscher und englischer Ucbcr-setzungen von Ferrand, Rabe und Bialloblotzky durch das Medium von Willenin die Geschichtsbücher übergegangen. Auch die abgerissene» Nachrichten, welcheSchaab (diplomatische Geschichte der Juden zu Mainz S. 8) im Namen vonJohann Gamans mittheilt, der sie aus der Handschrift des Genebrado schöpfte,sind ebenfalls dieser Hauptquelle entnommen, wie die Vergleichung ergiebt.

2) Kalony mos b. Jehuda in zwei Klage- oder Büßlieder über diese

Leiden, die eine mit dein Anfänge: ovo -v'.ni ;r>' no (in der Kinotsammlung)und die andere swenigsr speciells: vpp- cm (in der Sclichotsammlung).

Da es zwei Jehuda b. Kalonymos gegeben, einen in Mainz: b. Ai ose undeinen in Speier: b. Me'ir (vcrgl. Luzzatto's Bemerkung in Ilsrsrn OUsrasclVII. 79). so war der Poet Kalonymos Sohn des einen oder dos andern, undje nachdem ein Augenzeuge der Vorfälle in Speier oder Mainz?,.

^) Monatsschrift 1879, x. 529.

?) Mehrere Poetanen haben noch über die Leiden des ersten Kreuzzugesgedichtet: 1) Benjamin b. Chija in der Lslialia: nrrVv n-':, worindas Datum vorkommt: mv'v 2 ">v:o v'irw a-i--'. 2) David b. Me schullam

in den Lsliosaot: 'npno rwi >nin '.n und '.vii in a-.iin. 3) Isaakb. Jakob Halevi in der Lslioirs,: nim ip -i nn Ns. (vergl. Lands-

hut ^.rnnäs ^.docku I. x. 196). 4) Samuel b. Jehuda in einem litur-gischen Stück zum Sabbat vor dem Wochenfeste: rv'rwv v-in, das Datumist zum Schlüsse angegeben: nv'vv -"-.vr, rur>. Er erwähnt der Kirchenver-sammlung zu Elermonts wo der erste Kreuzzug beschlossen wurde und nennt