346
Geschichte der Juden.
i
ist offenbar erst im Anfänge des dreizehnten Jahrhunderts fabricirt worden,um Maimuni's Bestrebungen zu verdächtigen. R. Hat war so wenig einGegner der Philosophie, ein Buchstabenknecht oder ein Anhänger der Mystik,daß er sogar der talmudischen Agada keine Autorität einräumte, sondern sieals individuelle Einfälle beurtheilte (vsrgl. OUsI äossl zu Exod. Nr. 11 und2 otrmb ikaansaoü Ns. p>. 75 r.). '121 '2 i(>2 i:>:i 1222 211W2 12s ps: 'si 'i
-1111 ">21 sch (?) 112SS P22 122 bl! 12P2 .12 2111 IIS (>2 sbs PI 1P1222 si 11:1Iw 122 212 12S2 1212212 22. Auch von einer andern Seite erfahren wir, daßN. Hai mit der Zeitphilosophie vertraut war und mit mohammedanischen Ge-lehrten disputirte (Einl. zur hebräischen Übersetzung der Logik des Marsiliusvon Jnghen sä. äsllinslr Wien 1859 S. 7 >: '221 Lp b"> 'si ib .11,22 122
'2 IIP Up sch IIS Lbl2 1,211221 — 11221 U22 12.122 '2 111S 112pb 1^2' Sil 2SP22' .
s2 12p S2 p'212 L21 1'12 Sllll 1'11'S12 2122 .
War nun R. Hai ein Anhänger der mutazilitischen Religionsphilosophieund ein entschiedener Gegner der Mystik, so sind natürlich alle die ihm vindi-cirten mystischen Responsen und Aussprüche als untergeschoben anzusehen. DieUnechtheit derselben läßt sich auch aus andern Momenten Nachweisen. Zunächstgehört jenes Rssponsurn, welches dem Anthropomorphismus des Loüiur-Lovoolr das Wort redet (in Lssxx. 12121 2 Ho. 122 und aus einer Bodle-janischen Handschr. in Sachs' dsoiiijs. p>. 41 f.) gewiß nicht R. Hai an, sondernseinem Vater, wie die Ueberschrift im Bodl. Codex lautet: brso oss 'i'is ibs2S221 u"i 1:2 brsoi si'12 1 12 uns. Weil R. Hai damals, obwohl noch jung,als Oberrichter fungirte, wurde sein Name beim Gutachten mitgenannt unddaher schrieben es Einige ihm, Andere R. Scherira zu lvsrgl. Sachs das. 43 f.).R. Hai hatte aber an diesem mystischen HssxonsurL ebensowenig Antheil wiean dem historischen, das Scherira selbstständig erließ, die Ueberschrift aberVater und Sohn als Autoren nennt. Das mystische Lssxonsuiu., welchesverbietet, auch nur den Zipfel des Schleiers von den Mysterien zu lüften (das.Nr. 99 ), trägt die Unechtheit an der Stirne. R. Hai soll darin angegebenhaben, daß Anfragen von allen Seiten an ihn ergehen: priso '2 2>pii' cisi
PS221 11I2I 12212 112'ISI 222 lll'llbr- 2'lil2I 2"1 1121'b 11111 1'Illb 22^2 2-22 11W21'1lbs2 P2P2 Uvsb 2'121PI 112'1S1 '12,221 S'2->2S1 12121 U22SI 212 P1S21; während
Abraham Jbn-Daud, der zuverlässige Chronograph, gerade von Scherira's undHai's Zeit berichtet, daß durch die vier gelehrten Gefangenen die Einnahmender babylonischen Lehrhäuser eingingen, weil die gutachtlichen Anfragen nichtmehr an das Gaonat gerichtet zu werden brauchten: i'pm >1 112 211,2) srb 211,2121'bs -chll 1'12 112>2'1 82 2,21 112:2 1 " 2,21 1S2 122 11'1 ('S1 11 S1'12 '1 '2'2 :"1lbs2 112'2'1 12 2'bsi2 1'12 1lbs21 i>21-"121 S'P'IDSI 21P21 P1S2 11SO P1S2
(1211211,22 122 >1 12) 1122. Das Lssponsurn in Betreff der zehn Lstirot, dasR. Hai's Namen trägt, verräth sich als ein plumpes Falsum durch seinenAnachronismus. Man denke, der Gaon Paltoj (um 859 ) fragte R. Hai(1009 — 1938 ) an über das Verhältniß der 19 Lstirob zu den 13 Niääob!12p 1112 11'2'' 1222 '2 ps: 'S1 1 2'2211 Pls2 lb.S2 b"> 112'2' '2211 122s >1 ps:ii1112 21 2S1 111'L2 '— Llldsm.-T'od Dcaunob IV. 4 . p>. 28 i).). — Ebenso
gewiß unecht sind die R. Hai zugeschriebenen Aussprüche über die zehn Lstirob,die eben im Anfänge des dreizehnten Jahrhunderts aufkamen (das. S 34 a381 >, 47 a). Unecht sind ferner die Responsen in 12121 '2 (Nr. 5 und 14 ),aus welchen David Luria das hohe Alter der Kabbala beweisen wollte. Daserstere Lssxonsurn gehört gar nicht R. Hai, sondern Maßt an, und dasmystische Beiwerk ist eine spätere Interpolation. Unecht ist endlich das von