Druckschrift 
6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
Entstehung
Seite
335
Einzelbild herunterladen
 

Note 1.

fungirte ebenfalls als Zeuge bei einem Vertrage neben Edelleuten (das. IIIprsuvss p. 131 Urkunde vom Jahre 1176). Roger gewährte den Juden vonCarcassonne die Begünstigung, daß ihre Abgaben für ihn auch auf die Ge-meinden von Limoux, Alet und Rasez repartirt werden sollten, und versprachden Vorstehern Astrüc von Älet (^.struZ äs Hisels), Crescas von Limoux(Orssoas äs Inraoso) und denen von Rasez, daß sie nicht mit Steuern über-bürdet werden sollen (das. III. 175 Xo. I-X).

3) Das Todesjahr des für die jüdische Kulturgeschichte Südfraukreichsso bedeutsamen Mesch ullam b. Jacob, sowie des Jacob aus Perpignanwissen wir nur aus diejer Chronik. Den Letzteren erwähnt nur noch Benjaminvon Tudela, der ihn im Jahre 1156 (vergl. Note 10) in Marseille antraf:r'L-p.v MVL 1 W opv (.v'h'L'woe) ,122 (. ^.slrsr p 6).

4 und 5) Der Feind, welcher den berühmten Abraham b. David ausPosquisres in Haft brachte, hieß Elzsar. Das war der Name eines ssiZnsurvon I?os>qursrss im 12. Jahrhundert, abgekürzt von Eleasar oder Dirsiarrus,LsUsrarrus (vergl. die Genealogie der Herren von Uses und Posqnisres beiVaisette, das. II prsrrvvs 42, 640) Warum Abraham b. David von Elzsarverhaftet wurde, und wie es kam, daß derselbe ssiAnsur (rs) nach Carcassonneverbannt wurde, ist noch dunkel. Die Herren von Posquisres waren Lehns-trägcr der Vicegrafen von Carcassonne und Bezicrs, also damals von dem juden-sreundlichen Roger II. Möglich also, daß dieser die Willkür bestraft hat. DieWorte: rnn . . . .-mri.v sind räthselhaft.

6) Der Bericht, daß die Juden wegen der Versammlung der Cardinälein großer Angst lebten, und daß zuletzt nur Gutes in Betreff der Juden be-schlossen worden, fordert zur Beleuchtung heraus. Im Jahre 1170 lI9. März)wurde das dritte Lateranconcil unter dem Papst Alexander III. eröffnet. Daßdie französischen und spanischen Prälaten feindselig gegen die Juden waren,erklärt sich daraus, daß die Letzteren Aemter und Ehrenstellen inne hatten.Der Clerus Hatto also feindselige Vorschläge gegen die Juden in xslto. DisJuden waren auch Gegenstand synodaler Berathung auf dem Lateranconcil,aber die Beschlüsse in Betreff derselben fielen überraschend milde aus. Nur eineinziger nachtheiliger Paragraph ist gegen sie gerichtet, daß sie eben so wenigwie die Saracenen christliche Leibeigene und Ammen halten dürfen. Die übrigenBestimmungen sind im Gegentheil zu Gunsten der Juden. Sie sollen nicht mitGewalt zur Taufe geschleppt, nicht ohne Urtheil verwundet werden; es sollihnen keinerlei Gewalt angethan, und ihre gottesdienstliche Feier nicht gestörtwerden: äuäasr dapbisrrrrriri non surrt: oomxsllsiräi, ssä sr volusrirrt,adsgrrs oalurrrirra sdrrsbiarrr stsiorarrtur Xrrlirrs sos sbrarrr srrrs juäioiovulirsrars, vsl sis rss suas autsrrs, vsl solsirrrrtatss psrtmrdars prassurrrab(Narrst Consilia ist. XXII p. 259). Selbst der Beschluß, daß Christen gegenJuden eben so gut zu Zeugen zugelassen werden mögen, wie diese gegen jeneangenommen werden, damit es nicht scheine, daß die Juden eines Vorzugesgegen die Christen genössen, zeugt er nicht von einem milden Geiste in Betreffder Juden? Dssbirrrorriuiii HrroHrrs Olrristiarrorurrr aävsrsus ärräasos irroirrrribrrs oausis, ourrr illi aävsrsus Olrristiauos tsstidus suis ubautur,rssipisrräurrr ssss ssussruus. ^.uablrsruats oonäsmustur guiouniqus.luäasos Olrristnarris volusrit irr das parbs prast'srrs, vuirr sos sudjaesrsOdristiauis oportsarrb, sb ad sis pro sola duurauitats tovsautur (das. 23 l).Die westgothischen Concilien und die Päpste nach Jnnocenz III. haben dieJuden zu keinerlei Zeugnis; gegen Christen zugelassen, während das Lateran-

> .

U

l >1