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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Maimuni's Alter.

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die Einzigen, welche die Fahne Mose's hochtragen. Ihr oblieget demTalmudstudium und pfleget auch die Weisheit. Aber im Morgeulandesind die Juden für geistiges Streben todt. In ganz Syrien ist nurHaleb, in welchem sich Einige mit der Thora nach der Wahrheitbeschäftigen, aber es liegt ihnen auch nicht sehr am Herzen. In Irakgiebt es nur zwei oder drei Trauben (Männer von Einsicht); inJemen und dem übrigen Arabien wissen sie wenig vom Talmud undkennen nur die agadische Auslegung. Erst gegenwärtig haben siemehrere Exemplare von meinem Codex angekauft und sie in einigeKreise vertheilt. Die Juden Indiens wissen kaum von der Bibel,geschweige denn vom Talmud. Diejenigen, welche unter den Türkenund Tataren wohnen, haben nur die Bibel und leben nach ihrallein. In Maghreb wisset ihr, wie es mit den Juden steht (daß siezum Scheine den Islam bekennen müssen). So bleibt nur ihr alleinübrig, eine starke Stütze für die Lehre zu sein. Seid also stark undmuthig und steht dafür ein"). Maimuni ahnte, daß das von derWissenschaft durchleuchtete Jndenthnm seine Hauptvertretung in derProvence haben werde. Die Gemeinde von Marseille ging den DichterCharisi an, Maimuni's Commentar zur Mischnah ins Hebräische zuübertragen ^). An diesem großen Manne und an seinen Schriftenrichteten sich die Provenyalen auf.

Als Maimuni sein letztes Sendschreiben an die Gemeinde vonLünel erließ, fühlte er schon die Abnahme seiner Lebenskräfte.Ichfühle mich alt nicht an Jahren, sondern wegen Kränklichkeit." Erverschied auch ans Schwäche im Alter von siebzig Jahren (20. Tobst 13. Dec. 1204 ^), von vielen Gemeinden ans dem ganzen Erden-rund betrauert. In Fostat begingen Juden und Mohammedaner dreiTage öffentliche Trauer um ihn, und in Jerusalem veranstaltete dieGemeinde eine außerordentliche Leichenfeier um ihn. Ein allgemeinesFasten wurde angeordnet, und man las aus der Thora das Kapitelvon der Strafandrohung und aus den Propheten die Geschichte vonder Gefangennahme der Bnndeslade durch die Philister. Maimunigalt ihr als eine Bundeslade. Seine Hülle wurde nach Tiberiasgeführt. Die Sage erzählt, Beduinen hätten die Führer des Sargesunterwegs angefallen, aber nicht vermocht, den Sarg von der Stellezu bewegen und hätten sich darauf den Inden angeschlossen, um ihmdas Geleite bis zur Grabstätte zu geben. Maimuni hinterließ nureinen einzigen Sohn, Abulmeni Abraham, welcher seinen Charakter,

*) Findet sich in O^ar dlsobrnaä II 3 f.

ch Einleitnna zu Charisi's Uebersetzuna

°) Vergl. Note 1 IV.