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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

trachten, deren Urhebern für den Augenblick die Wahrheit entgangenwar, oder man müsse diese seltsamen Aussprüche deuten, wozu manja auch bei auffallenden Bibelversen genöthigt sei. Man dürfe über-haupt seinen Verstand nicht hinter sich werfen,die Augen sind vornnnd nicht hinten".

Später (um 119495) wendeten sich die Gelehrten Lünel's nndan ihrer Spitze Jonathan Kohen mit Anfragen wegen dunkler Stellenim Codex an ihn nnd baten ihn zugleich, ihnen denFührer" znzn-senden, von dessen Rufe sie vernommen hätten; sie seien begierig, sichdaraus zu belehren. Dieses Sendschreiben *) ist voller Schwärmereifür Maimuni: Er führe den Namen Mose, weil er sein Volk ausden Finthen der Unwissenheit gezogen; er habe die Vernunft zurSchwester und den Talmud zum Vater erkoren. Ihre Seele sei inLiebe an Maimuni's Schriften geknüpft, in deren Besitze besäßen sieAlles. Dieses überaus schmeichelhafte Sendschreiben konnte Maimunierst nach mehreren Jahren beantworten. Eine schwere Krankheithatte ihn nämlich ein ganzes Jahr an das Siechbett gefesselt, und erfühlte sich davon, sowie von dem zunehmenden Alter und von derangestrengten, ärztlichen Thätigkeit so sehr geschwächt, daß ihm dieHände zitterten, und er sich eines Sekretärs zum Schreiben bedienenmußte. Auch waren nach dem Ableben des großen Saladin Streitig-keiten zwischen dessen ehrgeizigen Söhnen und seinem Bruder Aladilausgebrochen, welche Unruhen nnd Bürgerkriege in Egypten zurFolge hatten.

Von diesen Unruhen konnte Maimuni als eine dem Hofe nahe-stehende Persönlichkeit nicht unberührt bleiben, und sie ließen langein ihm keine freundliche Stimmung anfkommen ^). Endlich wurdeSaladins ältester Sohn nach dem Tode des jüngeren Alaziz Herrschervon Egypten (reg. November 1198Februar 1200), nnd Maimuniwurde sein Leibarzt. Da dieser, Alafdhal, früher ausschweifend ge-lebt hatte, so wurde er von Trübsinn und Todesfurcht befallen undließ Maimuni auffordern, für ihn ein Compendium für eine regel-mäßige, gesundheitsfördernde Lebensweise (Makrobiotik) zu verfassen b).Unter den Gesundheitsregeln, die Maimuni in Folge dessen für den-selben zusammenstellte, ließ er auch die Bemerkung einfließen, daß zur

ff Gutachtensammlung Nr. 17 40.

ff In Gutachtens. Nr. 4l spricht M. über seine Krankheit und auch vonrnm.-m.n worunter sicherlich die Bürgerkriege zwischen Alasdhal, Alaziz undAladil zu verstehen sind (119495).

ff Jbn-Abi-Osaibija bei äs HoäsUatit p. 490. M's. Makrobiotik

ist in hsbr. Sprache abgedruckt iu Ksrsva Obsrasä III. Ans. iu deutscherUebersetzung von Winternitz, Wien 1843.