Maimuni's Moreh Nebuchim.
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Maimuni war einerseits von der Wahrheit der aristotelischenPhilosophie, wie sie der mohammedanische Philosoph Jbn-Sina nndAndere erweitert hatten, fest überzeugt. Andererseits war ihm dasJudenthnm nicht minder unerschütterliche Wahrheit. Beide schienenihm denselben Ausgangspunkt nnd ein gemeinsames Ziel zu haben.Die Philosophie erkennt als Spitze aller Wesenheiten einen einheitlichenGott als Weltbeweger an. Das Judenthum lehrt ebenfalls mit scharferBetonung die Einheit Gottes, und verabscheut nichts gründlicher alsVielgötterei. Die Metaphysik kennt kein höheres Ziel des Menschen,als sich theoretisch zu vervollkommen, sich zur höchsten Erkenntniß empor-zuarbeiten. Auch das Judenthum, selbst das talmndische, stellt Erkennenund Wissen, Gotteserkenntniß, an die Spitze seiner Vorschriften. Sindalso die Wahrheit, welche der menschliche Geist in seiner Vollkraft anssich selbst erzeugte, nnd die Offenbarung, welche die Gottheit am Sinaidem israelitischen Volke eröffnet hat, einander in Anfang und Endegleich, so müssen die einzelnen Theile derselben einander entsprechenund sich zu einander wie eine und dieselbe Wahrheit, nur auf ver-schiedenem Wege gewonnen, Verhalten. Das Judenthum könne um soweniger mit der Philosophie im Widerspruch stehen, als beide Aus-flüsse des göttlichen Geistes seien. Die Wahrheit, welche Gott offen-bart hat, müsse auch mit derjenigen übereinstimmen, welche in der mensch-lichen Vernunft, als einer von der Gottheit stammenden Gabe, liegt,und ebenso müssen alle Wahrheiten, welche das metaphysische Denkenzu Tage fördern kann, in der Offenbarung, d. h. in dem Judenthnmvorhanden sein. Maimuni glaubte daher, daß ursprünglich neben derschriftlichen Gesetzesoffenbarung im Pentateuch auch mündliche Lehrenphilosophischer Art dem größten Propheten mitgetheilt worden seien,die weiter durch Ueberliefernng im israelitischen Kreise fortgepflanztworden und erst in Folge der Störungen und Trübungen, welche dieisraelitische Nation im Laufe der Zeit erfahren hat, nntergegangcnseien. Spuren dieser alten israelitischen Weisheit fänden sich, nachMaimuni's Ansicht, in den hingeworfenen Anssprüchen der Prophetenund in den Sentenzen der Agada. Wenn daher der denkende Judedie Wahrheit aus der griechischen Philosophie entlehnt, ans Plato undAristoteles lauscht, so sind diese ihm nicht ganz fremde Elemente, sondernnur Mittel, sich seines eigenen, verlorenen Schatzes wieder zu erinnern Z.
Maimuni kehrte also, um eine jüdische Religionsphilosophie zubegründen, zu Saadia's Standpunkt zurück, daß das Judenthnm mit dermetaphysischen Weltanschauung im Einklang sei nnd sein müsse; er
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