Lehramt für die Religionswissenschaft und gegen die talmndischenDiskussionen nicht ausdrücken.
Ungeachtet seiner Reibungen mit der Partei des Samuel b.Ali und seiner angestrengten Thätigkeit als Arzt, die ihm kaum Zeitzum Studium ließ *), vollendete er sein religionsphilosophisches Werk(.Vloräir Usdnodim, Oalnlat ul-Hakrin, um 1190"), das nicht bloßfür das Judenthum, sondern auch für die Geschichte der Philosophieim Mittelalter überhaupt von außerordentlicher Bedeutung wurde.Es bildet den Höhepunkt des maimnnischen Geistes und die Recht-fertigung seiner innigsten Ueberzengnngen. Die Fragen, welche dermenschliche Geist stets von neuem aufwirft: über das Vorhandenseineiner höhern Welt, über die Bestimmung des eigenen Daseins undüber die Unvollkommenheit und Uebel der irdischen Welt, suchte Mai-muni auf eine damals überzeugende Weise zu beantworten. DieZweifel, welche dem denkenden Juden an der Wahrheit seiner an-gestammten Religion aufstießen, suchte er ans eine befriedigende Weisezu beschwichtigen. Er, dessen Denken stets auf das Höchste gerichtetwar, durfte sich herausnehmen, „der Führer der Irrenden undSchwankenden" sein zu wollen. Die äußere Einkleidung dieses epoche-machenden Werkes ist zwar so angelegt, als wenn der Verfasser fürseinen Lieblingsjünger einzelne Abhandlungen über wichtige Punkte,welche diesen innerlich beunruhigten und quälten, zum Niederschlagenseiner Zweifel ausgearbeitet hätte. Allein es wurde von dem Be-dürfniß dictirt, sich selbst die philosophische Weltanschauung und denPlatz, den das Judenthum darin einnimmt, klar zu machen und ihrNerhältniß zu einander gründlich auseinander zu setzen. Die einzelnenKapitel dieses Werkes, so lose auch ihr Zusammenhang unter ein-ander scheint, bilden daher ein einheitliches Ganze, ein abgerundetesGedankensystem. Maimuni hatte bei der Abfassung desselben lediglichdenkende Leser ans dem jüdischen Kreise im Auge und versetzte sichin deren Geist; daher legte er es nicht, wie seine Art war, systematischan, sondern entwickelte zuerst alle die Voraussetzungen, auf welchender Gedankenbau wie auf einem sichern Grunde aufgeführt werden kann.
r) Das.
2 , Folgt daraus, daß der Llorslr, als er das Sendschreiben an Jbn-Akninerließ, 1>89 noch nicht vollendet war, dagegen beruft er sich schon darauf imTraktate äs issurrsstioirs von 1191. Durch Scheyer's Uebersetzung des drittenTheils des Morslr (Franks, a. M. 1838) und durch dessen psychologisches Systemdes Maimonides (Vas. 184S), sowie durch Munks Uebersetzung (Oluiäs ässsgarss. 3 Bde. Paris 18S8 — 6K), beide nach dem arabischen Original undmit sachlichen und sprachlichen Noten, ist das Verständniß desselben bedeutenderleichtert worden.