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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Maimuni's Gegnerschaft.

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lassen und diese aus ihrer günstigen Stellung bei Hofe nach und nachzu verdrängen, so daß manche von ihnen zum Rabbanitenthum zurück-kehrten, was Maimuni zu seiner Zeit als hohes Verdienst angerechnetwurde').

Je höher Maimuni in den Augen seiner Zeitgenossen stieg, jemehr seine außergewöhnliche Persönlichkeit anerkannt wurde, und jelauter sein Ruhm erscholl, desto mehr fühlte sich das dünkelhafteSchulhaupt von Bagdad Samuel b, Ali (o. S. 251) in seinem Ansehenverletzt und von Neid besessen. Samuel nahm daher jede Gelegenheitwahr, Maimuni's Verdienst zu verkleinern und ihn verächtlich zumachen. Heimlich flüsterten Samuel b. Ali und seine Freunde untereinander, daß Maimuni durchaus kein strengfrommer Jude und keinaufrichtiger Anhänger des Talmud sei, und verbreiteten unter derHand allerlei lügenhafte Verleumdungen über ihn ^). Einige Miß-griffe, welche Maimuni in seiner Jugendarbeit des Mischnahcommentarsbegangen hatte, da er sich bei der Erklärung dunkler Stellen von denGaouen leiten ließ, benutzten diese Böswilligen, um ihn als einen imTalmud Unwissenden zu stempeln, dem auf diesem Gebiete keine Stimmegebührte. Ihre Religiosität bestand darin, wie sie Maimuni charak-terisirte, sich vor dem Uebertreten von Satzungen zu hüten, aber guteSitten, Demuth, rein menschliche Tugenden gehören nach der Ansichtdieses Menschenschlages nicht zur Religion st. Als nun die Saat,welche Maimuni ausgestreut hatte, anfing frühzeitige Früchte zu tragen,benutzten Samuel b. Ali und seine Genossen diese Erscheinungen, umden Urheber in den Augen der Mitwelt herabzusetzen.

In Damaskus und Jemen traten Religionslehrer auf, welcheaus Maimuni's Schriften folgerichtige Schlüsse zogen, die er selbstnicht folgern mochte. Da er die Unsterblichkeit der Seele in demreingeistigen Zustand einer jenseitigen Welt stark betont und wieder-holentlich hervorgehoben, die Auferstehung der Leiber dagegen nurnebenbei hingestellt hatte, so folgerten diese seine Jünger, daß es ihmmit der Auferstehung nicht völliger Ernst sei und lehrten geradezu,mit dem Tode verfalle der Leib der Auflösung und dem Untergange,und nur die Seele schwinge sich zum reinen Geistesleben empor.Allerdings verstieß diese freie Ansicht gegen ausdrückliche Aussprüche

st Nachw.ani's größeres Sendschreiben an die französischen Rabbinsn

st Briefsammlnng p. t6a, weniger gut wiedergegeben in Goldberg'sEinl. zu Uirlebst ^.drsbrrrn Bl. 4 s.; Sendschreiben an Joseph Jbn-Gabar inEdslinann's Obsracls. Asunss S. 6 und in Ulisssr Mmsnsis' lllssna 8s-lesnirn S. 78.

st Sendschreiben a» Joseph Jbn-Aknin bei Goldberg a. a. O. Bl. 4b