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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Jede Freude ist für die Juden Maghreb's getrübt, jeder Frommemuß sich verbergen, und das Licht Jsrael's ist erloschen"'), wurdeJbn-Akniu äußerlich in der mohammedanischen Religion erzogen, er-lernte aber trotzdem neben Heilkunde und Mathematik die hebräischeSprache und Poesie, Bibel und Talmud. Er war kein hervorragenderGeist, er hatte eigentlich mehr Sinn und Empfänglichkeit für Wissen-schaften, als schaffendes Talent; seinen brennenden Durst nach Wahr-heit vermochte er nicht aus seiner eigenen Geistesquelle zu stillen.In seiner Jugend dichtete Jbn-Aknin hebräische Makamen nacharabischem Muster unter der Person eines Tobija b. Zidkija, die zwarvon dem Fachgenossen Charisi sehr gerühmt werden, aber nach denpoetischen Ueberbleibseln davon zu urtheilen, keinen hohen Werthhatten. Um dem Bekenntnißzwange zu entgehen, verließ er als an-gehender Mann seine Heimath und begab sich nach Alexandrien. Vonhier aus knüpfte er mit Maimnni, von dem damals jeder Mundvoll war, eine Verbindung durch ein wissenschaftliches Schreiben unddurch Zusendung seiner Makamen an, welche diesem mehr wegen ihresInhalts als wegen ihrer Form so sehr gefielen, daß er Jbn-Akninzu sich nach Fostat einlud. Der Einladung folgend (1185), verweilteer einige Zeit bei ihm und wurde dessen Lieblingsjünger. Jbn-Akninscheint mit seiner ganzen Persönlichkeit mehr Eindruck gemacht zuhaben, als die von ihm ansgegangenen Leistungen vermnthen lassen.Er betrieb mit Maimnni zusammen mathematische und astronomischeStudien und erlernte von ihm die höhere Auffassung des Jndenthnms,von der er vorher keine Ahnung hatte. Dann begab er sich (um 1186)nach der damals bedeutenden Stadt Halep (Aleppo), practicirte dortals Arzt und wurde Schwiegersohn des Geheimschreibers Abulala,welcher bei dem Fürsten Emad-Eddin in Diensten stand. Obwohlsein Zusammentreffen mit Maimnni nur von kurzer Dauer war, soverknüpfte doch ein enges Band der Freundschaft Meister und Jünger,das so innig war, daß es auf die beiderseitigen Familienglieder über-ging. Jbn-Aknin's Verehrung für Maimnni grenzte an Anbetung,und die Anhänglichkeit des Letztern an seinen Jünger unterschied sichin Nichts von der Liebe zu seinem Sohne, ja er nannte auch jenengeradezu Sohn.

Erst nach mehr denn zwanzigjährigem Aufenthalte in Egyptenerlangte Maimnni eine bedeutende ärztliche Praxis am Hofe Saladin's,während er bis dahin nur geringe Kundschaft hatte. Er wurde zwarkeineswegs Saladin's Leibarzt, weil dieser wegen seiner fortwährenden

') Sendschreiben Maimuni's an Jbn-Aknin Briessammlung x. 10b