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Maimuni's Mischneh-Thora.
meinden Palästinas, in Damaskus und Haleb befolgt und hielt sichbei den einheimischen Gemeinden über drei Jahrhunderte.
Inmitten seiner angestrengten Thätigkeit für Gemeindeangelegen-heiten, in der ärztlichen Praxis, und in anhaltendem Studium philo-sophischer und naturwissenschaftlicher Fächer vollendete Maimnni seinzweites großartiges Werk (8. Kislew — 7. November 1180^, dasin der jüdischen Welt epochemachend geworden ist, sein Mischneh-Thora oder Religionscodex. Wenn, wie er selbst angiebt, er zehnJahre hintereinander anhaltend daran gearbeitet hat^), so steht dieZeit in keinem Verhältniß zur Größe der Leistung. Man kann demUneingeweihten keine Vorstellung von diesem Riesenwerke bcibringen,wie er da die entlegensten Einzelnheiten aus dem unübersehbarenSchacht des Talmud zusammengetragen, das Gediegene aus denSchlacken herausgearbeitet, die Einzelnheiten an Ort und Stelle nnter-gebracht, das Talmudische wieder an das Biblische angeknüpft, dasBesondere mit dem Allgemeinen verbunden und das scheinbar Zu-sammenhangslose zu einem organischen Ganzen, zu einem Kunstwerkezusammengesetzt hat. Mit Recht legte er selbst besonderes Gewichtauf die kunstvolle Gruppirung im Mischneh-Thora, deren Schwierig-keit nur von tiefen Sachkundigen gewürdigt werden könne ^). Wennder Talmud einem labyrinthischen Bau gleicht, in dem man sich nurmit einem Ariadnefaden zurechtfinden kann, so hat Maimnni darauseine wohlgeordnete Anlage geschaffen, mit Flügelgebäuden, Hallen,Gemächern, Kammern und Kämmerchen, in denen sich auch ein Fremderohne Führer, von passenden Ueberschriften und Nummern geleitet,orientiren und einen Ueberblick über alles im Talmud Enthaltenegewinnen kann. Nur der klare systematisch denkende, von Ordnungs-sinn erfüllte Kopf Maimuni's konnte Solches zu Stande bringen.
Neben den formellen Vorzügen und der unvergleichlichen, ab-rundenden Architektonik, hat dieses Werk inhaltlich eine entschiedeneBedeutung für den Entwicklungsgang der jüdischen Geschichte. Alledie verschiedenen Richtungen, welche Maimuni's Vorgänger auf demBoden des Judenthums einseitig ausgebildet haben, hat er darin zuschönster Harmonie vereinigt. Nichts ist darin bevorzugt und nichtszurückgesetzt. Das Philosophische, das Sittliche, das Ritualgesetzliche
*) In einer Handschrift fand Munk, daß es vollendet wurde 1492 8sl.d. h. wenn man den Monat berücksichtigt 1180. Abschnitt ZollsraitsR istdatirtI176, die Einleitung 1177 und Abschnitt Liääusvll lla-Oboässoli 1178.
2) Sendschreiben an R. Jonathan und an die Gemeinde von Lünel, Gut-achtensammlung Nr. 41.
°) Das.