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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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278 Geschichte der Juden.

Schaden zu ersetzen^). Unter ihm stiegen die Juden zu großem Wohl-stand und Ansehen").

Anfangs entfesselten indeß der Sturz des fatimidischen Chalifatsund die Unterwerfung des dazu gehörenden Länderkomplexes unterden abbassidischen oder sunnitischen Chalifen von Bagdad einen zählen-den Fanatismus unter den Anhängern der schulischen Lehre, welcheAnfstandsversnche gegen ihre religiösen Gegner, die Sunniten, unter-nahmen. Diesen Fanatismus empfanden auch die jüdischen Gemeindenvon Jemen. Dort hatten sich nämlich zwei schiitische Parteigänger,Hattam Monkidh und Azzeddin Othman, der Herrschaft bemächtigtb)und zwangen den Inden das Bekenntniß des Islam durch Androhungschwerer Leiden auf. Auch hier, wie in Afrika und Südspanien,nahmen die Juden indeß nur zum Schein und ganz äußerlich diemohammedanische Religion an (um kl72). Allein da unter ihnenarge Unwissenheit herrschte, so war zu befürchten, daß die gedanken-lose Menge aus dem Scheine Ernst machen und von dem Jndenthumeganz abfallen würde. Diese Befürchtung lag um so näher, als einjüdischer Apostat den Gemeinden predigte, Mohammed sei in derThora angedeutet, und der Islam sei eine neue, göttlich beurkundeteOffenbarung, welche das Jndcnthum ablösen sollte. Dazu kam noch,daß gerade zur selben Zeit in Jemen ein Schwärmer auftrat, dersich als messianischer Vorläufer ankündigte, die eingetretenen Leidenals Vorzeichen des bald zu erwartenden messianischen Reiches angesehenwissen wollte, und die Juden anfforderte, sich bereit zu halten undihr Hab und Gut mit den Armen zu theilen. Diese Schwärmerei,an welche sich Mancher als an ein Nothseil klammerte, drohte dasschwerste Geschick über die Juden Jemen's heraufzubeschwören.Die Frommen waren über alle diese Vorgänge in Verzweiflung,wurden an sich und dem Jndenthnm irre und waren rathlos, wassie thun, was sie lassen sollten. Da wandte sich der angesehensteGelehrte unter ihnen, Jakob Alfajumi (o. S. 250), um Rathund Trost an Maimuni, von dem er durch dessen Jünger Kundeerhalten hatte, schilderte ihm die Leiden und Befürchtungen und batihn um Bescheid.

Darauf sandte Maimuni ein Trostschreiben in arabischer Sprachean die Gemeinden von Jemen, gerichtet an seinen Correspondenten,aber berechnet für Jedermann (leerst lewan), welches ungeachtet

1) Abulfarags Barhebräus Ollrorncon L^riaourn Text x. 424 f.

2) Folgt aus dem Fragmente in Maimuui's Briefsammlung Nr. 7.^.rnst. p. 17.

2) Abulfeda a. a. O.