Die Juden in Arabien.
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nung er auch darin gezeigt hat, so machte er ihm doch keineswegseinen dem Verdienste entsprechenden Rnf. Der Grund davon war,daß unter den Juden Egyptens und des Morgenlandes, denen dieArbeit in der arabischen Sprache zunächst zugänglich war, nur geringesVerständniß für wissenschaftliche Behandlung vorhanden war. Dasgroßartige Werk wurde daselbst Anfangs kaum beachtet. Daher kames, daß der Reisende Benjamin von Tudela Maimuni's Namen unterden hervorragenden Juden Egyptens mit Stillschweigen überging.Einen Ruf machten Maimnni zunächst seine Jünger, denen er indemselben Sinne Vorlesungen hielt, und die in ihm die verkörperteWeisheit verehrten. Einer seiner frühesten Jünger, Salomon Kohen *),den eine Reise nach Südarabien (Jemen) geführt hat, war des Lobesvoll von ihm und machte die dortigen Gemeinden aufmerksam, daßsie in der Zeit der Not in Maimnni Trost und Halt finden würden.
Es waren nämlich in Egypten weitgreifende Veränderungeneingctreten, welche für die Juden dieses Reiches und der angrenzendenLänder eine günstige Wendung ihrer Lage herbeiführten. Der letztefatimidische Chalif Alhadid starb oder wurde beseitigt, und dergroße Saladin, das Muster königlichen Edelmnths und hoherRitterlichkeit in jener barbarischen Zeit, gelangte zur Herrschaft (Sep-tember 1171). Anfangs fnngirte der berühmte Ajnbide lediglich alsUnterfeldherr des Atabcken Nureddin; nach und nach gelangte er aberzur Alleinherrschaft über Egypten und einen Theil von Palästina undSyrien, und selbst die Euphratländer und das Chalifat von Bagdadgehorchten seinem Herrscherworte. Sein Reich wurde ein sicheresAsyl für die verfolgten Juden. Wie gegen jedermann, selbst gegenerbitterte Feinde, war Saladin auch gegen Juden gerecht. Als einstein Jude sich beschwerte, Saladin habe ihm Unrecht gethan, unddieser es vernahm, machte er in seinem Gange Halt, um die Be-schwerde zu vernehmen. Der Jude erzählte ihm, des Sultans Dienerhätten ihm zwanzig Last Wein, die er aus Alexandrien nach demHafen von Akko eingcführt, gewaltsam genommen, in die Schatzkammergebracht und angegeben, es sei auf Saladin's Befehl geschehen.Sofort ließ der Sultan die Angelegenheit untersuchen und als sichdie Aussage des Inden bestätigte, befahl er, demselben den ganzen
*) IZZsrst Nsraun Anfang. Dieses wichtige Sendschreiben nach Jemen istsicherlich um 1172 abgefaßt (Mose b. Maimon S. 66). Die Abfassungszeit mitCarmoly um 1189 zu verlegen (Jost's Annalen II. S. 248), ist auch darumungerechtfertigt, da in Jemen seit 1182—83 Saladin's Bruder, Saif-ul-JslamTogtekin Gouverneur war, der sicherlich die dortigen Juden nicht verfolgt hat;vergl. Abulfeda ^.nns-lss sä. ^.älsr VI. x. 49.