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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Maimuni's Sendschreiben.

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müsse ihm nnr rathen, ein Land zn verlassen, wo solcher Bekenntniß-zwang herrscht.Diesen Rath ertheile ich auch mir und meinenFreunden, dahin ausznwandern, wo Religionsfreiheit heimisch ist."Diejenigen, welche zu bleiben gezwungen sind, sollten sich als Gebannteund von Gott Angefahrene betrachten und sich bestreben, die religiösenPflichten zu üben, aber auch Diejenigen nicht zn verachten, welche ansNoth den Sabbat verletzen müßten, sondern sie sanft ermahnen, vondem Gesetze nicht zu lassen. Im Jrrthum seien aber diejenigen, welchedes Glaubens sind, sie brauchten keine Anstalten zur Auswanderungzu treffen, da der Messias bald in Maghreb erscheinen, sie erlösenund nach Jerusalem führen werde. Denn die Ankunft des Messiashabe mit der religiösen Verpflichtung nichts zn schaffen, sie könne vonnichts entbinden. Diese Maimuni'sche Gegenschrift, die eigentlicheine Schutzschrift für sein und der Seinigen Verhalten war (verfaßtum 1160 64), zeigt im Keime seine selbstständige Auffassung desJudenthnms.

Mose Maimuni scheint eifrig bemüht gewesen zn sein, die jüdischenScheinmohammedaner im Judenthnm zu erhalten, ihre Lauheit znbekämpfen und ihnen ans Herz zu legen, ihre heuchlerische Lage zuverändern. Er mag mündlich und schriftlich in diesem Sinne ge-wirkt haben. Deswegen gerieth er in Lebensgefahr und wäre demTode verfallen, wenn nicht ein mohammedanischer Theologe und Dichter,Namens Ab ul-Ar ab Jbn-Moischa, für ihn ein gutes Wort ein-gelegt und ihn gerettet hätte *). Das Gefühl der Unsicherheit, ver-bunden mit den Gewissensbissen, das Jndenthum, das sie als dastheuerste Gut im Herzen trug, öffentlich verleugnen zu müssen, bewogdie Familie Maimun Fez zu verlassen, um auf einem Schiffe zunächstnach Palästina auszuwandern. In dunkler Nacht bestieg sie dasFahrzeug (4. Jjar18. April 1165^). Nach sechstägiger Fahrtauf dem Mittelmeere erhob sich ein furchtbarer Sturm, thurmhoheWogen schleuderten das Schiff wie einen Spielball, eine Rettungschien unmöglich. Die fromme Familie flehte zn Gott; Mose Mai-muni gelobte, wenn er dem sichern Tod entgehen sollte, wollte er fürsich und seine Hauslente diese beiden Tage, den vierten und denzehnten Jjar, dem Fasten und dem Almosenspenden weihen, und amletzten Tage sich einsam zu inbrünstigem Gebet einschlicßen und nnrmit seinem Gott verkehren. Der Sturm legte sich, und nach einerFahrt von einem Monat lief das Schiff in den Hafen von Akko ein

st Dshebi citirt von Munk, ^.roliivss israslibss a. a. O. 32V.

st Diese und die folgenden Angaben hat Eleasar Askari in seinem 8slsrObarociirn (Anhang II. Ende S. 83) aus einem Berichte Maimuni's erhalten.