Maimuni's Charakter.
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gedichtet waren Z. Maimnni hat niemals getändelt, nicht einmal inseiner Jagend, gleich Jehuda Halevi, und am allerwenigsten sein Lebenlang, wie Abraham Jbn-Esra. Bei dieser Strenge gegen sich selbstwar er von liebenswürdiger Milde in Beurtheilnng und BehandlungAnderer. Nie ist ihm ein hartes Wort gegen seine heftigen lebendenGegner und Widersacher entfahren, wie es Jbn-Esra gegen Harmloseund Heimgegangene in satyrischer Bissigkeit gebrauchte. Nur überfalsche Ansichten und Theorien goß er die Lange seines Spottes aus,für die Träger derselben aber, selbst wo sie ihm Verlegenheit machten,hatte er nur Nachsicht und Entschuldigung. Bescheidenheit undDemnth waren ihm, wie jeder gottbegnadeten Natur, in hohemGrade eigen.
Alle diese seltenen Eigenschaften des Geistes und des Herzenswaren von einer außerordentlichen Willenskraft getragen, das, wasin ihm als Ueberzeugung und Gesinnung lebte, zu verwirklichen undzu verallgemeinern, der Halbheit und Gedankenschwäche entgegenzu-wirken, der Irreligiosität den Boden zu entziehen, in das Reich derFinsterniß den Lichtstrahl der Erkenntniß hineinscheinen zu lassen.Nicht Ungemach, nicht körperliche Leiden, nicht Verkennung konntenMaimnni von dem Ziele abbringen, das er seiner Thätigkeit gesteckt.Dieses Ziel war nichts weniger, als das Judenthum, das ganzeJudenthum, das biblische und das talmudische, die Ritualien wie denLehrinhalt (Dogmas in einem solchen Lichte zu zeigen, daß andereReligionsgenossen und selbst Philosophen von der Wahrheit desselbenüberzeugt sein müßten. Dieses schwebte ihm in der Seele ahnend inder Jugend vor und reiste mit ihm im Alter. Zu diesem Zweckeeignete er sich alle die Kenntnisse gründlich an, welche ihm als Weg-weiser auf dem unübersehbaren Gebiete dienen könnten. Er äußertesich einmal, daß er sämmtliche Schriften, welche über Religion undCultus der götzendienerischen Völker ihm durch arabische Uebersetzungenzugänglich waren, gelesen und sich in deren Inhalt vertieft Habens —und man darf ihm diese ohne Ruhmredigkeit gethane Aeußerungglauben. Eine tiefere Kenntniß des Heidenthums schien ihm nämlichzum Verständniß des Judenthums unumgänglich nöthig.
Obwohl ihn viele Wissensfächer anzogen, die in seinem Geisteals ein einheitliches Ganzes zusammenhingen, so waren es doch vor-züglich vier, denen er den größten Eifer zuwandte: die biblischen und
^ Commentar zu LMtrsciria XI; zu Xbot I gegen Ende; vergl. DarOraoll Obmsiia Xo. 560 Ende.
2) Sendschreiben an die Gemeinden der Provence in der MaimunischenBriefsammlung Nr. III.