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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Maimnni's Jugend.

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zunächst gewendet, ist nicht bekannt. Nach einer nicht ganz authen-tischen Quelle hätten sie sich in der Hafenstadt Almeria nieder-gelassen die ein Jahr vorher von Christen erobert wurde. Wenndem so war, so konnten sie nicht allzulange daselbst geweilt haben;denn im Jahre 1151 gerieth auch Almeria in die Gemalt derAlmohaden, deren fanatischer Sultan Abdulmumen gewiß nicht verfehlthat, den jüdischen und christlichen Bewohnern dieser Stadt Religions-zwang anfzulcgcn wie in allen übrige» eroberten Städten Südspaniens.Seit der Zeit führte die Familie wohl ein Wanderleben mehrere Jahrehindurch, hielt sich auch im christlichen Spanien auf"), ohne dort einebleibende Stätte zu finden. Unter solchen Umständen reifte MoseMaimuni zum Jüngling heran.

Von seinem Vater lernte er Bibel, Talmud, die jüdischen Wissens-fächer, Mathematik und Astronomie; bei mohammedanischen Lehrernhörte er Naturwissenschaften, Arzneikunde und wurde in den Temvelder Philosophie eingeführt. Er hatte Umgang mit dem Sohne desmohammedanischen Astronomen Jbn-Aflah, mit Jüngern des be-rühmten Philosophen Jbn-Baga (Avenpace) oder Jbn-Alzaig, undwar befreundet mit dem Wesir Abu-Be kr Jbn-Zohar, der inSevilla lebte ^). Durch Lehre und Umgang eignete er sich einenSchatz von gediegenen Kenntnissen an, und sein klarer Geist, der dahinstrebte, die Erscheinungen in der sichtbaren und unsichtbaren Welt zudurchdringen und sie durchsichtig zu machen, beherrschte sie, so ver-schieden und einander entgegengesetzt sie auch waren, mit gleicherKraft. Maimuni bildete sich zu einer jener selten austretenden Per-sönlichkeiten aus, welche das Dunkle, das Heimliche und Mystischenicht dulden können, überall nach Licht und Klarheit ringen und sichkeinen Täuschungen hingeben wollen. Er war ein durchaus logischerund systematischer Kopf, der das Größte und Kleinste zu grnppiren und zu

I-so ^.Iriss-nus, der seine Nachrichten aus arabischen Quellen schöpfte,berichtet: st rnaluit Lloiss bsn LIs.im.oii sntüZsrs oum suis in Ltmsris.Wenn auch der Zug unhistorisch ist, daß Maimuni daselbst dem verfolgtenPhilosophen Averroes Asyl gegeben habe, so ist doch wohl sein Aufenthalt inAlmeria nicht ohne Weiteres zu verwerfen.

2) Zum Schlüsse des Mischnah-Kommentars bemerkt Maimuni: Gott habeüber ihn diese Wanderung verhängt und er sei zu Land und zu Wasser ge-wandert. Aus dem Umstande, daß er in seinem Mischnah-Commentar fehr oftspanische Wörter neben arabischen zur Worterklärung der Mischnah heranzieht,ist zu schließen, daß er diese Sprache ebenfalls verstand und also auch imchristlichen Spanien gelebt hat.

Llors disbuollim II. 9, 24; Munk in srollivss isrsslitss 1851 p. 326

Note.