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Geschichte der Juden.
die talmudischen Elemente im Kciräerthum von Schammai und seinerSchule stammten. Diese durchweg unwahre und ungeschichtliche Be-hauptung blieb eine stehende Annahme im karäischen Kreise. Soschwach war das Gebäude des Karäerthums, daß es an morschenStützen ein Genüge fand.
Wie die Mohammedaner Egyptens unter der Dynastie der Fati-miden getrennt waren von denen des abbassidischen Chalifats in Asien,so standen auch die jüdisch - egyptischeu Gemeinden in keinem innigenZusammenhänge mit den asiatischen. Sie hatten ein eigenes vomChalifen anerkanntes Oberhaupt, das geistliche und richterlicheFunktionen übte, den Titel Nagid (arabisch Reis) führte lind gewisser-maßen der egyptische Exilarch war. Der Nagid hatte die Befugniß,Rabbinen und Vorsänger zu ernennen oder zu bestätigen, über Ver-gehen nud Verbrechen Geld, Geißelhiebe und Kerkerstrafen zu ver-hängen. Er bezog für seine Funktion laufenden Gehalt von denGemeinden und Abgaben vom Ausstellen gerichtlicher Urkunden. EineSage giebt an, eine Chalifentochter aus Bagdad, welche an einenfatimidischen Chalifen verheirathet war, habe die Institution desNagid auch für die egyptischeu Juden einführen lassen Z. In dieserZeit bekleidete, nach Samuel Abu-Manßur, diese Würde R. Natha-uael^j, oder mit dem arabischen Namen Hibat-Allah Jbn-Algami, welcher Leibarzt des letzten fatimidischen Chalifen vonEgypten Aladhid, und später Saladin's war. Jbn-Alg'ami warein Mann von bedeutender Bildung und Kenntnissen. Er sprach dasArabische mit besonderer Gewandtheit, schrieb mehrere medicinischeAbhandlungen, unter anderen eine Anleitung zum Nutzen für Seeleund Leib und über die klimatische Natur Alexandriens. Gerühmtwird von ihm, daß er auf eine sinnreiche Weise den Scheintod einesMenschen erkannte, der gerade beerdigt werden sollte. Dieser kenntniß-reiche Mann leitete auch das Lehrhaus in der egyptischeu Hauptstadt,aber als bedeutender Talmudkenner hat er keinen Namen.
>) Folgt aus der Angabe des David Jbn-Abi-Simra (Radbas) Lssxonsa,I st Vsnsb dlo. 622 II p. 5. III dlo. 509.
2) Die Identität des von Benjamin erwähnten Nathanael von Misr,„des Fürsten" und Dieners des Chalifen mit dem von arabischen Schrift-stellern genannten Hibat-Allah Jbn-Alg'ami (bei äs ^.bäsllatil p. 42Note 13) ergiebt sich aus der Jdentiät des Namens und der Oertlichkeit; (vergl.o. S. 255). Zunz hat schon diese Vermuthung zu Benjamin von Tudela sä.^.sllsr II. p. 254. Jbn-Alg'ami hatte einen heftigen Gegner an dem jüdischenArzte Muivafis Jbn-Saraah; vergl. über dens. Frankel-Graetz MonatsschriftJahrg. 1871, S. 29 fg.