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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

und Pferden beschenkt, kehrte wie ein Triumphator nach Bagdad zu-rück und glaubte, daß alle Welt ihn bewundern werde. Statt dessenverfaßte ein arabischer Dichter ein Spottlied auf ihn und geißelteseinen ungemessenen Stolz. Hibat-Allah glaubte nun, daß die ReligionSchuld daran sei, daß ihm nicht von allen Seiten Weihrauch gestreutwurde und faßte im hohen Alter den Entschluß, zum Islam überzutreten.Da er aber wußte, daß seine Erben (Töchter) seinen Religionswechselnicht nachahmen würden, und befürchtend, daß sein bedeutendes Ver-mögen ihnen nach seinem Tode nicht zufallen würde, erbat er sichvom Chalifen eine schriftliche Zusicherung, daß sie als seine Erbenanerkannt werden sollten. Dann erst bekannte er sich öffentlich zumIslam. Isaak Jbn-Esra, seinem Gönner anhänglicher als seinerReligion, verließ mit ihm gemeinschaftlich das Judenthum. Spottendsang der Dichter Charisi von ihm:

Abraham's Sohn schöpfte aus des Liedes Quelle,

Des Vaters Glanz umstrahlt auch ihn,

Aber nach dem Osten ausgewandert.

Legte er des Glaubens Gewand abUnd deckte sich mit fremden Kleidern').

Ein dritter Apostat in dieser Zeit war Samuel Jbn-Abbas,Sohn des Dichters Jehuda aus Fez. Lieblicher hebräischer Dichter,gründlicher Mathematiker und Philosoph, war Samuel wegen desReligionszwanges der Almohaden nach dem Orient ansgewandert.Während der Vater sich in Haleb niederließ, nahm der Sohn seinenAufenthalt in der Stadt Maragha in Adherbaigan, trat in den Dienstdes dortigen Herrschers und ging endlich zum Islam über (1163).Der greise Jehuda Jbn - Abbas eilte bei der Nacbricht von demReligionswechsel seines Sohnes voll Schmerz zu ihm, um ihn zuseinem väterlichen Glauben znrückzubringen, ward aber plötzlich inMoßul von einer Krankheit befallen und starb daselbst. Samuelwurde ein erbitterter Feind des Judenthums und seiner ehemaligenGlaubensgenossen. Er verfaßte eine feindselig gehaltene Schrift:ZurBeschämung der Juden" (Itobam ul llsbuä, um 1165 75), woriner ihre Fehler übertreibend bloßlegte und behauptete, die Indenhätten Anspielungen ans Mohammed ans ihren heiligen Schriften ans-gemerzt 2).

') Losblesiuoiri Pforte 3.

2) Alkifti bibliotbsos. xbilosopborairr bei Ousiri I 440, -4.bultb.rLALo.r-Hsbro.sus a. a. O. 268, Munk, dlobios 8ur llosspb b. cksbuäu p. 8.Note. Lsvus äss Ltuckss suivss V p. 53.