Hibat-Allah. 255
artige Stoffe aus der Erde, deren Ausdünstungen sich durch die Luftentzündeten ^).
Wie die katholische Kirche, so zeigten auch die Inden AsiensReliquien: den Baum, woran sich die Engel bei Abraham lehnten^in drei Theile auseinandergehend, und den Stein, worauf sichAbraham beschnitten. Alle diese Wundermärchen entstanden erskdurch die Verkümmerung des Judenthums, nach dem Untergange desGaonats. Möglich, daß diese Verfallenheit dazu beitrug, daß in dieserZeit Uebertritte gebildeter Juden zum Islam vorkamen.
Ein Apostat war ein berühmter Arzt in Bagdad, Nathanael,mit den: arabischen Namen Abul-Barkat Hibat-Allah b. Malka,einer der drei medicinischen Koryphäen im mohammedanischen Reiche,die gleichen Namens und verschiedener Religion waren. Der jüdischeHibat-Allah wurde wegen seiner außerordentlichen Leistungen „derEinzige seiner Zeit" (lVaabiä-al-^sman) zubenannt. Nächst der Heil-kunde war dieser mit der Philosophie und der hebräischen Sprach-kunde vertraut und verfaßte als Jude einen Commentar zum Prediger(Uokwlst). Ein Sohn des wandernngslustigen Jbn-Esra, NamensIsaak, der seinen Vater auf Reisen begleitet hatte und in Bagdadzurückgeblieben war, wurde von dem reichen Hibat-Allah unterstütztund dichtete schwungvolle Verse auf seinen Wohlthäter und dessenCommentar, streute ihm viel Weihrauch und sagte unter Anderem:Das salomonische Buch werde fortan nach dem Namen dessen genanntwerden, der den Sinn desselben erschlossen hat (1143). Zum Schlußdes Gedichtes wünschte ihm Isaak Jbn-Esra, sein Leben möge sichbis zur messianischen Erlösungszeit hinziehen, und er möge noch dieHerrlichkeit des neuen Jerusalem schauen^. Aber Beide warteten dieZeit nicht ab, sondern sagten sich vom Judenthume los und gingenzum Islam über (1160—1170).
Hochmuth war die Triebfeder von Hibat-Allah's Uebertritt. Erhatte nämlich einst einen Selgukischen Sultan von einer schwerenKrankheit geheilt, wurde von ihm reichlich mit Gold, kostbaren Stoffen
Dieselben Quellen und Charisi laolilrsirroui Pforte 33, vcrgl. Ritter,Erdkunde X 268; ein neuausgefundenes Gedicht von Charisi aus einem Bis.auf dieses Grab theilte Kämpf in Frankel's Monatsschrift 1860 S. 217 ff. mit.
2) 2l.bu11araA lZs.r-Hsdrs.sus distoris ä^ussbisruirr sä lZosoolrs 259 f.Ueber die auf der Hand liegende Identität von Nathanael und Hibat-Allah.vergl. Zeitschrift der deutsch-morgenländischen Gesellschaft, Jahrgang 1859.S. 711 f.
Das Gedicht, mitgetheilt von Dukes in Loodds .liLsdsb Jahrg. 1848x. 21 ff. Hibat-Allah's Commentar zu Lodslst. findet sich noch in derBodlejana.